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Familienzusammenführung soll erleichtert werden : MV hilft mehr syrischen Flüchtlingen

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Die etwa 300 in MV lebenden Syrer dürfen ihre Familien aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land nachholen. Mit einer Landesaufnahmeanordnung soll die Familienzusammenführung erleichtert werden.

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 07:37 Uhr

Die etwa 300 in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Syrer dürfen ihre Familienangehörigen aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land nachholen. Mit einer Landesaufnahmeanordnung, die das Schweriner Innenministerium gestern erlassen und dem Bundesministerium des Innern in Berlin zur Bestätigung vorgelegt hat, soll auch im Nordosten die Familienzusammenführung erleichtert werden. „Wir sind in der Pflicht, den täglich mehr werdenden syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen zu helfen“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Mit dem Einsatz von Giftgas habe vor Wochen noch niemand rechnen können.

Diese Entscheidung wurde gestern von allen CDU- und CSU-geführten Bundesländern geteilt. Die SPD-geführten Länder haben sich bereits vor Tagen bereit erklärt, die Familienzusammenführung syrischer Flüchtlinge zu unterstützen.

Noch ist im Innenministerium nicht bekannt, wie viele Familien von der neuen Aufnahmeanordnung profitieren werden. „Viele werden es vermutlich nicht sein“, kritisierte gestern Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates MV. Grund: Die hier lebenden Syrer müssen sich zur Zahlung des Unterhalts ihrer aus dem Bürgerkriegsland kommenden Familienangehörigen verpflichten. Das können die meisten nach Ansicht des des Flüchtlingsrates nicht. „Ein Drittel der in Mecklenburg-Vorpommern lebenden Syrer sind selbst Flüchtlinge ohne Verdienst“, sagte Ulrike Seemann-Katz. Weitere 100 hier lebende Syrer würden als Studenten auch nicht für Unterhalt und Flug ihrer Familienmitglieder aufkommen können.

Innenminister Caffier verwies darauf, dass Deutschland bereits im März angekündigt hat, 5000 besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge aus dem Libanon zu holen. Mecklenburg-Vorpommern wird 105 von ihnen aufnehmen. Die ersten acht Flüchtlinge aus diesem Kontingent werden vermutlich Ende September im Nordosten eintreffen, nachdem sie am 11. September in Deutschland gelandet und anschließend für zwei Wochen im zentralen Aufnahmelager in Friedland (Niedersachsen) untergebracht waren. Für die Betreuung der Flüchtlinge werden die Kommunen zuständig sein.


Jeden Monat kommen 210 Asylbewerber

Die Zahl der Asylbewerber hat sich in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Nach Angaben des Innenministeriums kamen bis zum 31. Juli 2013 insgesamt 1092 Asylbewerber ins Land. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 513 Antragsteller. Die Hauptherkunftsländer sind Russland (Tschetschenien), Serbien, Ghana, Afghanistan und Syrien. Insgesamt halten sich in Mecklenburg-Vorpommern etwa 3000 Asylbewerber im Verfahren und ehemalige Bewerber mit Duldung auf. Nach Angaben des Flüchtlingsrates beträgt der Anteil der Flüchtlinge an der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern lediglich 0,2 Prozent.

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