Groß Mohrdorf : MV hilft bei Rettung des türkischen Kranichs

In dieser Woche wurde die Ausstattung der Kraniche mit GPS-Sendern geübt. Fotos: stefan sauer
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In dieser Woche wurde die Ausstattung der Kraniche mit GPS-Sendern geübt. Fotos: Stefan Sauer

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17. Juni 2016, 21:00 Uhr

Deutsche Kranichschützer helfen bei der Rettung der einzigen in der Türkei beheimateten Kranichart. Derzeit sind Mitarbeiter von türkischen Behörden sowie von Umweltorganisationen in Groß Mohrdorf (Vorpommern-Rügen), um sich über Forschungsmethoden, die Beobachtung von Brutpaaren und die Einrichtung von Schutzgebieten zu informieren. Von dem Grus grus archibaldi – einer Unterart des auch in Mitteleuropa lebenden grus grus gibt es laut Experten nur noch 150 Vögel. Die Population gelte deshalb als stark bedroht, sagte gestern der Leiter des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf, Günter Nowald. In dieser Woche wurde die Ausstattung der Kraniche mit GPS-Sendern geübt. „Über die Lebensweise und -räume der seltenen, in der Türkei beheimateten Kraniche ist wenig bekannt“, sagte Nowald. Zum Vergleich: Der Bestand des in Mittel- oder Nordeuropa beheimateten Kranichs Grus grus wird in Deutschland auf 8000 Brutpaare, in Schweden auf 30 000 Brutpaare geschätzt. Die Kraniche seien auf Feuchtgebiete angewiesen, von denen es in der Türkei nur wenige gebe. Zudem bedrohten Wilderei oder Hütehunde die Kraniche.

Nach einer Probe-Besenderung von vier Tieren im Jahr 2014 und 2015 gehe man davon aus, dass die Kraniche mit den typisch hellgelben Augen und einer schwarzen Kopfplatte lediglich vom Inneren der Türkei bis an die Küsten zögen. Anders als der in Zentraleuropa vorkommende Kranich sei der türkische Kranich damit kein typischer Zugvogel.

Neben dem Grus grus archibaldi ist in der Türkei auch der Grus grus anzutreffen, der von Russland über die Türkei in den Süden zieht, dort aber nicht beheimatet ist.

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