Untersuchung des BDI : MV hat wenig große Familienunternehmen

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Ein bundesweiter Vergleich ergibt, dass es in MV die wenigsten großen Familienunternehmen gibt

svz.de von
28. Dezember 2016, 21:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es im Bundesvergleich die wenigsten großen Familienunternehmen. Gerade einmal 22 Firmen kommen auf einen Umsatz von mindestens 50 Millionen Euro pro Jahr, wie aus einer gemeinsamen Untersuchung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Bank hervorgeht. Für die Studie hat das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn die Daten von rund 4700 größten Familienunternehmen analysiert. In MV arbeiten demnach nur 0,5 Prozent der großen Familienunternehmen, die als echte Jobmotoren gelten. Sie stellten von 2012 bis 2015 rund sieben Prozent mehr Mitarbeiter ein.

Die meisten großen Familienunternehmen gibt es in Nordrhein-Westfalen, wo mit 1195 jedes vierte seinen Sitz hat. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Bayern mit mehr als 19 Prozent (914) und Baden-Württemberg mit rund 18 Prozent (830 Familienunternehmen). Gemessen an Unternehmen je Einwohner ist Hamburg die Stadt mit den meisten Großunternehmen in Familienhand: Auf 100 000 Einwohner kommen rund elf. In Nordrhein-Westfalen sind es 6,3, in Bayern 6,8 und in Baden-Württemberg 7,4. In Mecklenburg-Vorpommern sind es 1,4.

In den anderen ostdeutschen Bundesländern sieht es ähnlich aus wie im Nordosten. Auch Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt haben jeweils weniger als ein Prozent Anteil an allen deutschen Familienunternehmen, nur Sachsen steht mit 1,5 Prozent besser da.

Auch in Relation zur Bevölkerung sind die ostdeutschen Länder Schlusslicht. „Dies ist vor allem eine Spätfolge davon, dass es vor der Wiedervereinigung kaum Möglichkeiten für privatwirtschaftliche Aktivitäten gab“, erläutert Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank.

Das IfM wertet seit 2009 die Kennzahlen von Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz aus. Gemeint sind Firmen, bei denen bis zu zwei Personen oder ihre Familienangehörigen mindestens 50 Prozent der Anteile der Firma halten und diese Personen der Geschäftsführung angehören.

Birgit Sander

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