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Lebenserwartung steigt : MV gut für Methusalems

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nirgends steigt der Anteil über der 80-Jährigen so stark an, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Generell werden immer mehr Deutsche 80 oder noch mehr Jahre alt.

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 05:00 Uhr

In keinem Bundesland hat die Zahl der Hochbetagten in den letzten zehn Jahren so stark zugenommen wie in Mecklenburg-Vorpommern. Zwischen 2004 und 2014 stieg sie um 64,9 Prozent auf 95 067. Einen ähnlich starken Anstieg erlebte nur Brandenburg, dort wuchs die Zahl der über 80-Jährigen – sie gelten in der Statistik als Hochbetagte – um 58,3 Prozent auf 144 280.

Generell werden immer mehr Deutsche 80 oder noch mehr Jahre alt. Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stieg ihre Zahl bundesweit von 2004 bis 2014 um 987 00 auf 4,5 Millionen. Das ist ein Plus von 27,8 Prozent, wie aus einer Auswertung der finalen Bevölkerungsdaten 2014 des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Danach waren Ende 2014 bereits 5,6 Prozent der Gesamtbevölkerung hochbetagt, zehn Jahre zuvor lag dieser Anteil erst bei 4,3 Prozent.

Wie aus Zahlen der AOK Nordost hervorgeht, vollenden sogar immer mehr Menschen in der Region das 100. Lebensjahr. Zwischen 2006 und 2013 stieg der Anteil der über 100-Jährigen an den AOK-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern um 65 Prozent. Auch in Brandenburg und Berlin nahm die Zahl der über 100-Jährigen den Kassenangaben zufolge zu: um 52 (Brandenburg) bzw. 25 Prozent (Berlin).

Diese Entwicklung , das erwarten sowohl GDV als auch AOK, wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Die steigende Lebenserwartung rückt die geburtenstarken Jahrgänge in der Bevölkerungspyramide nach oben – auch das hat zur Folge, dass die Zahl der Hochaltrigen künftig noch ansteigt. Der Zuwachs im Nordosten dürfte dabei auch künftig überproportional sein: Laut GDV leben in wirtschaftlich starken Bundesländern und Stadtstaaten tendenziell eher weniger Hochbetagte als in strukturschwachen und ländlichen Regionen, die mit der Abwanderung junger Menschen zu kämpfen haben. Die Annahme, dass Landleben länger leben lässt, stimmt indes so auch nicht: Laut AOK-Nordost leben die Hochbetagten eher in Städten als auf dem Land - eine Folge fehlender Mobilität und ausgedünnter Versorgungsstrukturen.

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