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Forschungserfolg : MV-Firmen testen Essen für Allergiker

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Bei der Suche nach cholesterin- und allergenarmen Lebensmitteln haben Wissenschaftler jetzt die Tests abgeschlossen. Ergebnis: Die Blaue Süßlupine hat den Sprung als Eiweißlieferant in die Ernährungsindustrie geschafft.

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2012 | 12:41 Uhr

Rostock | Bei der Suche nach cholesterin- und allergenarmen Lebensmitteln haben Wissenschaftler jetzt erfolgreiche Testreihen mit Zusatzstoffen abgeschlossen. Das Ergebnis: Nach jahrelanger Forschung hat die Blaue Süßlupine den Sprung als Eiweißlieferant in die Ernährungsindustrie geschafft. Damit könnten hochwertige, rein pflanzliche Lebensmittel hergestellt werden, sagte die Geschäftsführerin der Neubrandenburger Prolupin GmbH, Katrin Petersen, gestern auf einer Fachtagung in Rostock. "Wir können tierische Eiweiße ersetzen." Dazu gehörten Milch, Fleisch, Fett oder Ei. Die Lupine könnte damit einen Teil des Sojamarktes übernehmen.

Nächster Schritt: Rein pflanzliche Produkte

Aus den Früchten der Lupine wird zunächst ein hochreines Eiweißisolat hergestellt, das dann verschiedene tierische Eiweiße in den Lebensmitteln ersetzen könnte. Derzeit werde die Pflanze als Zusatzstoff beispielsweise in Speiseeis, Kuchen oder Würstchen verwendet. Die Lupineneiweiße könnten in der Wurst das Fett ersetzen. Die Verminderung der Kalorien trage zu einer Verbesserung der Ernährung bei. Inzwischen habe eine bundesweite Lebensmittelkette das Lupinen-Speiseeis im Angebot, sagte Petersen.

Und: Vier Lebensmittelunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern, unter anderem Fleischverarbeiter und Bäcker, hätten den Probebetrieb aufgenommen. Der nächste Schritt sei nun, rein pflanzliche Wurst- und Fleisch-Ersatzprodukte auf Lupinenbasis zu entwickeln.

Anbaufläche soll verzehnfacht werden

Die Lupine gelte als das "Soja des Nordens", sie gedeihe unter den hiesigen Klimabedingungen vorzüglich, sagte Thomas Eckardt von der Saatzucht Steinach (Bayern). Darüber hinaus sei sie Stickstoffsammler und schließe den Boden auf.

Die etwa erbsengroßen Samen der Lupine enthalten bis zu 40 Prozent Eiweiß. Die vielen Hundert verschiedenen Eiweiße könnten in unterschiedlichen Aufbereitungen bei der Lebensmittelverarbeitungen verwendet werden. Eine der wichtigsten Aufgaben der vergangenen Jahre sei gewesen, das Eiweiß so zu isolieren, dass es den bitteren, bohnigen Lupinengeschmack verliert, sagte Peter Eisner vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik in Freising (Bayern). Dieser Geschmack wäre von den Verbrauchern nicht akzeptiert worden.

Derzeit werden Lupinen in Deutschland vor allem in MV, Sachsen-Anhalt und Brandenburg auf rund 24 000 Hektar angebaut. In den kommenden zehn Jahren soll die Anbaufläche verzehnfacht werden.

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