Für die Forschung : MV fängt Mücken

Mücken-Post: In diesem Jahr haben Sammler bisher rund 600 Blutsauger eingeschickt.
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Mücken-Post: In diesem Jahr haben Sammler bisher rund 600 Blutsauger eingeschickt.

Die große Plage droht. Bürger sollen Exemplare einschicken

svz.de von
07. Juni 2016, 06:30 Uhr

Die starken Regenfälle und sommerlichen Temperaturen der letzten Tage könnten eine Mückenplage zur Folge haben. „Die Bedingungen für ein hohes Aufkommen von Stechmücken sind in diesem Jahr ideal“, erklärte gestern der Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Entomologie am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Helge Kampen. Für die Eiablage nutzen die Mücken ruhige Wasseroberflächen in der Natur oder die Nähe von diesen, aber auch in Regentonnen sowie anderen wassergefüllten Behältern.

Nach den größtenteils niederschlagsarmen Jahren 2014 und 2015 mit geringen Populationsdichten der Stechmücken könne die aktuelle Situation ein Startschuss für ein hohes Aufkommen in der Mückensaison 2016 sein, hieß es im Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und dem FLI. Bei den derzeitigen Bedingungen benötige die neue Mückengeneration nur rund zwei Wochen bis zum Schlupf. Die Forscher bitten darum, möglichst viele der Stechinsekten geschickt zu bekommen. „Wir sind dankbar über jede Mücke“, sagte die Biologin Doreen Walther. Die Tiere werden für den Mückenatlas benötigt, um Verbreitungsgebiete und neu eingeschleppte Arten zu kartieren. Seit 2007 wurden in Deutschland vier invasive Arten nachgewiesen.

Als besonders gefährlich gilt die Asiatische Tigermücke, da sie das Dengue-, oder Westnil- Fieber übertragen kann. Sie wurde bislang in Baden-Württemberg und Thüringen nachgewiesen. Man geht davon aus, dass die Tigermücke erstmals in Deutschland überwintert hat.

Wie verschicke ich die Insekten?

Die Forscher benötigen intakte Exemplare, zerquetschte oder platt geschlagene Tiere sind unbrauchbar. Zum Abtöten gefangener Mücken empfehlen die Forscher, sie für einen Tag ins Gefrierfach zu legen. Um zur Bestimmung wichtige Schuppen und Borsten an bestimmten Körperstellen zu erhalten, sollten die Tiere nicht direkt in einen Briefumschlag gesteckt, sondern in eine kleine Schachtel, Dose oder Röhrchen gelegt werden. Mit in den Brief kommt ein Formular mit Fundangaben. Die beiden Adressen:

Institut für Landnutzungssysteme, Eberswalder Straße 84 in 15374 Müncheberg und

Friedrich-Loeffler-Institut/Tiergesundheit, Südufer 10, 17493 Greifswald/Insel Riems

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