Verwirrung um Corona-Verordnung : MV erlaubt ab sofort allen Dauercampern Rückkehr auf Plätze

 Alle Stellplätze auf dem Campingplatz 'Seeblick' direkt an der Ostsee sind wegen der Schließung im Rahmen der Corona-Schutzmaßnahmen leer.
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Alle Stellplätze auf dem Campingplatz "Seeblick" direkt an der Ostsee sind wegen der Schließung im Rahmen der Corona-Schutzmaßnahmen leer.

Verwirrung um Corona-Verordnung: Zur Überraschung des Campingverbandes und des Städte- und Gemeindetages erlaubt die Landesregierung die sofortige Rückkehr aller Dauercamper auf die Plätze.

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10. Mai 2020, 13:10 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern erlaubt seit dem Wochenende allen Dauercampern die Rückkehr auf die Campingplätze. Bisher war dies nur Dauercampern mit Erst- oder Zweitwohnsitz im Nordosten gestattet. Die Änderung geht aus der neuesten Corona-Verordnung der Landesregierung hervor, die seit Samstag in Kraft ist.

In der Verordnung heißt es, das weiterhin geltende allgemeine touristische Reiseverbot gelte nicht für Menschen, „die ihre Haupt- oder Nebenwohnung in Mecklenburg-Vorpommern oder im Amt Neuhaus gemeldet haben oder die mit Betreibern von Campingplätzen, Vermietern von Ferienwohnungen und -häusern oder vergleichbaren Anbietern bis einschließlich 28. April 2020 einen Vertrag über mindestens sechs Monate für das Jahr 2020 abgeschlossen haben“.

Der Pressesprecher des Campingverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Gerd Scharmberg, reagierte überrascht. Freude und Kritik lägen beieinander, sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Plätze müssten umfangreiche Vorbereitungen treffen, um deutlich mehr Dauercamper mit den erforderlichen Schutzmaßnahmen aufzunehmen.

Schätzungen zufolge gibt es im Nordosten etwa 11 000 Dauercamper, von denen knapp 30 Prozent aus MV selbst kommen. Andere Touristen aus anderen Bundesländern dürfen nach bisheriger Planung erst ab dem 25. Mai wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen.

Dauercamper dürfen mittlerweile zurück.
dpa/Jens Büttner
Dauercamper dürfen mittlerweile zurück.
 

Auch der Städte- und Gemeindetag kritisierte die Kurzfristigkeit der Änderungen. Die neue Verordnung sei erst am späten Freitagabend veröffentlicht worden, erklärte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages MV, Andreas Wellmann, am Sonntag. „Eine frühzeitigere Verkündung würde helfen, entsprechende Vorbereitungen sorgfältig treffen zu können.“

Mit der neuen Verordnung werden auch die Beschränkungen für öffentliche Versammlungen gelockert. So dürfen sich vom 18. Mai an unter freiem Himmel grundsätzlich bis zu 150 Teilnehmer versammeln.

Bisher gilt eine Obergrenze von 50 Personen. Außerdem dürfen ab sofort wieder Menschen aus anderen Bundesländern in Mecklenburg-Vorpommern heiraten. Allerdings dürfen nur 25 Personen daran teilnehmen.

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