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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 07:05 Uhr

MV - ein Land in Zahlen

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erstellt am 19.Mär.2012 | 09:18 Uhr

Schwerin | Mit 23 180,14 Quadratkilometern ist Mecklenburg-Vorpommern das sechstgrößte deutsche Bundesland. 1,636 Millionen Menschen leben hier. Nur Bremen und das Saarland haben weniger Einwohner. Das Land an der Ostsee hat eine Küstenlänge von insgesamt 2000 Kilometern und damit die längste Küste aller deutschen Bundesländer. Den Großteil davon nimmt die Vorpommersche Bodden- und Haffküste ein, denn die Küstenlinie im östlicheren Landesteil ist besonders stark gegliedert. Die Außenküste ist etwa 350 Kilometer lang. Fast alles lässt sich messen, berechnen und in Zahlen pressen. Die Ergebnisse finden sich in dicken Berichten bei den Statistischen Ämter. So ist dort zu entnehmen, dass Mecklenburg-Vorpommern mehrere deutsche Rekorde hält. Es ist mit 71 Einwohnern pro Quadratkilometer das am dünnsten besiedelte und am ländlichsten geprägte Bundesland. Die ehemaligen Kreise Müritz und Mecklenburg-Strelitz waren die Kreise mit der geringsten Bevölkerungsdichte in Deutschland. Aber auch bei der Arbeitslosigkeit, beim Bruttoinlandsprodukt und bei der Höhe der Bruttolöhne brechen die Menschen im Nordosten regelmäßig Rekorde.

Landwirtschaft: 4725 Agrarfirmen

Die 4725 Landwirtschaftsbetriebe verfügen über eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von zusammen 1,351 Millionen Hektar. Die Flächenausstattung mit durchschnittlich 286 Hektar ist die größte in Deutschland. 7,2 Prozent der Betriebe bewirtschaften jeweils 1000 Hektar und mehr und damit 40,9 Prozent der Gesamtfläche. Im Jahr 2010 waren insgesamt 19 266 Arbeitskräfte mit betrieblichen Arbeiten beschäftigt, davon 73 Prozent Männer und 27 Prozent Frauen. Der Grad der Vollbeschäftigung lag bei 72,4 Prozent. Zusätzlich arbeiten 6052 Saisonarbeiter in der Landwirtschaft.

2010 waren nur noch 17,5 Prozent der Arbeitskräfte jünger als 35 Jahre (1999: 23,8 Prozent), hingegen 22,4 Prozent 55 Jahre und älter.

Lebenserwartung: Tod mit 81,94 Jahren

Mecklenburg-Vorpommern hat hinter Sachsen-Anhalt die zweitgeringste Lebenserwartung. Frauen werden im Durchschnitt 81,94 Jahre und Männer 75,27 Jahre alt. Seit 1990 ist das erreichbare Lebensalter in den östlichen Bundesländern allerdings deutlich stärker angestiegen als in den westlichen. Frauen in Mecklenburg-Vorpommern werden knapp sechs Jahre, Männer sieben Jahre älter als noch 1990. Die Baden-Württemberger hingegen werden nur vier bzw. drei Jahre älter. Ost- und Westdeutschland gleichen sich dabei allmählich aneinander an. Maßgeblich für die Steigerung sind die Qualität der medizinischen Versorgung, das sozioökonomische Umfeld, wie beispielsweise Einkommen, Lebensstil- und Umweltfaktoren.

Hochschule: Mehr als 40 000 Studierende

Zum aktuellen Wintersemester 2011/12 sind an den Hochschulen insgesamt 40 527 Studierende – fast 1 000 mehr als im Vorjahr – eingeschrieben. Damit erreicht die Zahl der Studierenden einen neuen Höchststand. 6 901 angehende Akademiker, rund 400 mehr als 2010, begannen in diesem Herbst ein Studium an einer Hochschule im Nordosten. Das ist die zweithöchste Zahl der Ersteinschreibungen seit 1992. Allein an den Universitäten in Rostock und Greifswald sowie an der Hochschule für Musik und Theater schrieben sich 4 277 Studienanfänger ein, das waren 220 Erstimmatrikulierte mehr als im Vorjahr. Das Plus an Bewerbern wird auf die Aussetzung der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge in den Bundesländern Niedersachsen und Bayern zurückgeführt.

Tourismus: 25,6 Mio. Übernachtungen

Der verregnete Sommer war schlecht für das Geschäft. Nur die Sonne im Frühjahr und Herbst hat 2011 die Tourismusbilanz gerettet. Im Oktober zählten die Hotels, Pensionen und Campingplätze 2,3 Millionen Übernachtungen. Für den Zeitraum von Januar bis Oktober ergeben sich somit 25,6 Millionen Übernachtungen, das sind nur 0,4 Prozent weniger als 2010. Die Hoffnungen auf mehr ausländische Gäste haben sich auch 2011 nicht erfüllt. Im Gegenteil, es kamen weniger als 2010. Vor allem Holländer, Schweden und Dänen schreckte offenbar das schlechte Wetter ab. Immer mehr Schweizer entdecken hingegen dank neuer Flugverbindungen den Nordosten.

Verdienst: 15,93 Euro je Stunde

Über Geld redet man nicht, man hat es. Nicht so in Mecklenburg-Vorpommern: Das verfügbare Einkommen ist mit 15226 Euro je Einwohner im Jahr das niedrigste in allen Bundesländern. Die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer betrugen 2010 nur 15,93 Euro je Stunde, das waren 75,4 Prozent des Bundesdurchschnitts. Dabei gibt es auch innerhalb des Landes deutliche regionale Unterschiede. In der Beamtenstadt Schwerin verdient man mit durchschnittlich 23916 Euro brutto im Jahr am meisten. In Rostock bekommt der Durchschnittsarbeitnehmer noch 23484 Euro im Jahr. Am geringsten fällt die Bezahlung im Landkreis Rostock mit 20314 Euro aus.

Wohnen: 897000 Wohnungen

Landesweit gibt es 897000 Wohnungen. Seit 1995 hat sich deren Zahl um 120 000 und die verfügbare Wohnfläche je Einwohner von 29,8 Quadratmetern auf 40,0 Quadratmeter vergrößert. Die Wohnfläche pro Wohnung beträgt aktuell im Landesdurchschnitt 73,2 Quadratmeter, in den kreisfreien Städten 63,3 Quadratmeter und in den Landkreisen 78,2 Quadratmeter. Der Bestand an Wohngebäuden setzte sich aus 258 252 Einfamilien-, 46 485 Zweifamilien- und 68 775 Mehrfamilienhäusern zusammen. In den Mehrfamilienhäusern befanden sich 527118 Wohnungen, das sind 58,8 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes. Auch gab es 18 735 Wohnungen in Nichtwohngebäuden.

Kinder: 96488 Plätze in Kitas

Die Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen sowie durch Tagesmütter und -väter ist in Mecklenburg-Vorpommern in den zurückliegenden fünf Jahren deutlich ausgebaut worden. So besuchten im März 2011 insgesamt 96488 Kinder unter 14 Jahren eine Kindertageseinrichtung oder wurden in Kindertagespflege betreut. Nach Angaben des Statistischen Amtes waren das immerhin 17 Prozent oder rund 14 000 Kinder mehr als 2006. Die Zahl der genehmigten Plätze in Kindertagesstätten stieg innerhalb der vergangenen fünf Jahre um 16 Prozent an, die Zahl der dort tätigen Personen erhöhte sich um gut ein Fünftel. Auch gab es 2011 rund 5 Prozent mehr Tagesmütter bzw. Tagesväter als 2006.

Industrie: Umsatzplus von 10,6 Prozent

Licht am Horizont des industriell schwachbrüstigsten Bundeslandes. Im Verarbeitenden Gewerbe Mecklenburg-Vorpommerns haben die 299 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten im vergangenen Jahr den Umsatz um 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 11,1 Milliarden Euro gesteigert. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes waren in diesen Betrieben im Jahresdurchschnitt insgesamt 45 429 Personen beschäftigt, das waren 4,6 Prozent mehr als 2010. Von den 11,1 Milliarden Euro Gesamtumsatz entfielen 3,2 Milliarden Euro auf Umsätze mit dem Ausland (+ 18,9 Prozent). In einigen Wirtschaftszweigen wie Maschinenbau oder Herstellung von chemischen Erzeugnissen konnten überdurchschnittliche Umsatzzuwächse erzielt werden. Im Bereich sonstiger Fahrzeugbau gab es dagegen einen Umsatzrückgang von 5,1 Prozent.

Bevölkerung: 282700 Menschen weniger

Mecklenburger und Vorpommern werden immer weniger. Zum Vergleich: Am 3. Oktober 1990, als das nördöstliche Bundesland aus der Taufe gehoben wurde, gab es noch 1924900 Einwohner. Inzwischen sind es 1636000 (August 2011). Durch Abwanderung und niedrige Geburtenrate verlor das Land 288900 Menschen, das sind mehr als 15 Prozent der damaligen Bevölkerungszahl. In den Regionen verlief diese Entwicklung jedoch unterschiedlich.

Die kreisfreien Städte haben insbesondere in der 2. Hälfte der 1990er-Jahre kontinuierlich Einwohner an die im Umland gelegenen Gemeinden verloren. Seit 2005 ist jedoch eine Umkehr dieses Wanderungsstromes, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, zu beobachten.

Bauen: 53,47 Euro pro Quadratmeter

Wer im Nordosten bauen möchte, kann relativ günstig an Bauland kommen. Nach einer jetzt veröffentlichten Erhebung des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2010 kostete baureifes Land im Schnitt 53,47 Euro. Die mittlere Größe des baureifen Landes betrug 1181 Quadratmeter. Bundesweit lag der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Bauland bei knapp 130 Euro. Deutlich tiefer mussten die Süddeutschen in die Tasche greifen. In Baden-Württemberg waren 195 und in Bayern sogar 223 Euro fällig. Am teuersten war Bauland in Hamburg, wo je Quadratmeter 489 Euro gezahlt wurden. Die niedrigsten Preise wurden in Sachsen-Anhalt (24 Euro) und Thüringen (33 Euro) gezahlt.

Steine statt Scheine: Das Zinsniveau lässt wieder mehr Mecklenburger und Vorpommern ein eigenes Haus bauen. Im vergangenen Jahr erteilten die Bauämter 2440 Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser – 20 Prozent mehr als im Jahr davor.

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