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Falsches Signal an Autofahrer? : MV diskutiert über Radarwarner

vom

Der Vorstoß, Blitzerwarner in Autos zuzulassen, sorgt in MV für Diskussionen. Dagegen hat der Vorsitzende der Landesverkehrswacht, Hans-Joachim Hacker, eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h in Städten aufs Tapet gehoben.

svz.de von
erstellt am 10.Apr.2013 | 08:37 Uhr

Schwerin | Gute und schlechte Nachrichten für Autofahrer: Mehrere Bundesländer forderten gestern auf der Verkehrsministerkonferenz in Flensburg Blitzerwarngeräte in Autos zuzulassen. Unterdessen hat der Vorsitzende der Landesverkehrswacht, Hans-Joachim Hacker, bei einer Fachkonferenz in Rostock eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h in Städten aufs Tapet gehoben.

Der jüngste Vorstoß Sachsens, Blitzerwarner in Autos zuzulassen, sorgt auch in MV für Diskussionen. Der sächsische Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) argumentierte, das bisherige Verbot sei kaum zu kontrollieren. Zudem dienten die Geräte der Verkehrssicherheit. "Die Fragestellung, ob Radarwarner erlaubt sein sollen oder nicht, hat sich technisch bald erledigt. Es gibt eine App, die Geschwindigkeitsmessgeräte anzeigt, bei der sich die Benutzer gegenseitig warnen können. Das ist zwar nicht erlaubt, aber niemand kann das kontrollieren", erklärte Siegfried Brockmann, Unfallforscher der Versicherer. Eine solche Entwicklung begrüßt Verkehrswacht-Chef Hacker nicht: "Radarwarner gehören nicht ins Auto. Ich bin auch gegen Meldungen von Kontrollen über das Ra dio." Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) sieht darin nur eine Belohnung der Verkehrsteilnehmer, die sich nur an Kontrollstellen regelkonform verhalten wollen. Außerdem würden diese der präventiven Wirkung von Verkehrskontrollen schaden. Die meisten Bürger dagegen denken, bei Blitzern handele es sich um Abzocke durch die Kommunen, jedoch seien gerade an kritischen Kreuzungen Blitzer notwendig, um Raser davon abzuhalten andere oder sich selbst zu gefährden, erklärte ADAC-Hansa-Sprecher Christian Hieff. Der ADAC verdeutlichte, dass Warnprogramme, die alle Radaranlagen aufzeigen, die Verkehrssicherheit nicht verstärken würden. Dennoch sei eine Kennzeichnung der stationären Blitzeranlagen, beispielsweise durch eine Ausschilderung erforderlich, um die Sicherheit an gefährlichen Verkehrspunkten zu gewährleisten. "Diese sogenannten Blitzer-Apps sollten aber unbedingt verboten bleiben. Diese wiegen die Autofahrer in Sicherheit und einige würden an nicht angegebenen Stellen rasen", erklärte Hieff. Sollte ein Radarwarngerät entdeckt werden, bedeutet dies vier Punkte in Flensburg, 75 Euro Bußgeld und die Beamten dürfen das Gerät beschlagnahmen und zerstören, informierte Hieff. Bei den Blitzer-Apps dagegen ist die Rechtslage anders, denn diese sind ein Programm im Smartphone und dieses ist auch für andere Zwecke zu gebrauchen, weshalb diese nicht sichergestellt werden dürfen.

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