zur Navigation springen

Parteien fordern Facharbeiter : MV braucht mehr Ausländer

vom

MV braucht nach Meinung einer übergroßen Mehrheit des Landtages mehr Ausländer. Darum müssten sie künftig besser willkommen geheißen werden, so ein Antrag, der heute im Parlament verabschiedet werden soll.

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2013 | 10:09 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommern braucht nach Meinung einer übergroßen Mehrheit des Landtages mehr Ausländer. Darum müssten sie künftig besser willkommen geheißen werden, so ein Antrag, den die Regierungsfraktionen SPD und CDU gemeinsam mit den oppositionellen Linken und Grünen morgen im Parlament verabschieden wollen. Schon bald würden Ausländer als Fachkräfte in den Unternehmen des Landes dringend gebraucht. Zudem bereichern Migranten das hiesige Zusammenleben, finden die vier Fraktionen.

Vor allem die CDU hatte sich in der Vergangenheit gegenüber der Zuwanderung von Ausländern eher skeptisch gezeigt. Inzwischen aber "freuen wir uns auf qualifizierte Zuwanderer", an den Stellen, wo es Fachkräftemangel gibt, so der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Silkeit. Der Sprecher der SPD-Fraktion, Alexander Kujat, sieht in dem Antrag einen Appell an jeden Einzelnen in Mecklenburg-Vorpommern, in ihrem eigenen Umfeld zu prüfen, was sie tun können, damit sich Zugewanderte hier wohler fühlen. Dabei gehe es nicht nur um ausländische Arbeitskräfte, sondern auch um Asylbewerber und Flüchtlinge. Auch gehe es um ein Signal nach außen, dass Mecklenburg-Vorpommern keineswegs, anders als es immer wieder von außen wahrgenommen wird, ausländerfeindlich sei.

Grundsätzlich gehen die ausländerpolitischen Forderungen der Grünen über die Feststellung des gemeinsamen Antrags hinaus, sagte deren Fraktionschef Jürgen Suhr. "Aber es war uns wichtig, dass die demokratischen Fraktionen gemeinsam ein Zeichen setzen." Ähnlich ging es offenbar der Linksfraktion.

Indirekt räumen die vier Fraktionen in ihrem Antrag ein, dass bis zur geforderten "Willkommens-Kultur" noch einige Schritte zu gehen sind. So sprechen sie sich dafür aus, Asylbewerbern in MV mehr Bewegungsfreiheiten einzuräumen. Bislang dürfen sie in der Regel das Bundesland nicht verlassen. Nun soll geprüft werden, ihnen zu ermöglichen, unkompliziert benachbarte Bundesländer zu besuchen. Die Vorsitzende des Flüchtlingsrats in Mecklenburg-Vorpommern, Ulrike Seemann-Katz, begrüßte dieses Vorhaben ausdrücklich. Allerdings gehöre zu einer Willkommens-Kultur gegenüber Migranten auch, ihnen Sprachkurse anzubieten, ihre Krankenversicherung zu verbessern und Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen.

Maher Fakhouri vom Integrationsfördernden Verein Migra in Rostock lobte die gute Absicht der vier Landtagsfraktionen. Wichtig sei, dass sie "bis in den letzten Winkel der Amtsstuben in Mecklenburg-Vorpommern" umgesetzt werde. Fakhouri schult Verwaltungsangestellte verschiedener Behörden darin, gegenüber Ausländern "sensibler zu werden" und auch einmal "die Perspektive zu wechseln". Schließlich fühlten sich Ausländer in der Regel von der deutschen Bürokratie überfordert, wenn ihnen nicht geholfen werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen