Energie : MV besorgt über neue Atompläne

Pläne für den Bau von Atomkraftwerken in Polen, Schweden sowie schwimmende Meiler aus Russland rufen in MV Ängste vor einer atomaren Gefahr hervor.
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Pläne für den Bau von Atomkraftwerken in Polen, Schweden sowie schwimmende Meiler aus Russland rufen in MV Ängste vor einer atomaren Gefahr hervor.

BUND und Politik lehnen neue Kernkraftwerke in Schweden und Polen ab

svz.de von
30. Juni 2016, 05:00 Uhr

Atomare Gefahren an der Ostseeküste: Neubaupläne für Atomkraftwerke in Mecklenburg-Vorpommerns Anrainerländer Polen, Schweden sowie schwimmende Meiler aus Russland lassen in MV die Sorgen vor nuklearen Zwischenfällen wachsen.

Deutschland raus, Schweden rein: Nach einem zunächst per Volksabstimmung beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft will das Nachbarland Schweden nun doch wieder bis zu zehn neue Atommeiler bauen und damit alte Anlagen ersetzen. Und auch im benachbarten Polen reifen die Pläne für ein Atomkraftwerk nur 250 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt – und MV im Gefahrenbereich. „Dramatische Entscheidungen“, warnte Corinna Cwielag, Landeschefin des Bundes für Umwelt und Natur (BUND): „Mit Atomkraftwerken ist keine sichere Energieversorgung möglich.“ In jedem Meiler könne es jederzeit einen Unfall mit verheerenden Folgen geben, warnen Umweltschützer.

Die Pläne bringen sowohl die Koalition als auch die Opposition in MV auf: Beunruhigende Pläne, meint Johann-Georg Jaeger, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, auch wenn es noch nicht sicher sei, ob die Projekte umgesetzt würden. Neue Atomkraftwerke in der Nähe von MV – „wir halten dies angesichts der enormen Risiken für Mensch und Umwelt für unverantwortlich“, kritisierte die umwelt- und energiepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mignon Schwenke: „Kein noch so hochentwickeltes Land kann hundertprozentige Sicherheit garantieren. Das hat nicht zuletzt Fukushima gezeigt.“ Zudem seien die Probleme mit der Entsorgung und der Lagerung atomarer Abfälle nach wie vor nicht geklärt. Erst zu Jahresbeginn hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) Polen aufgefordert, auf das Atomprojekt zu verzichten. MV werde seine Kritik im Rahmen der Umweltprüfung anmelden. Das Land betrachte das Vorhaben mit Sorge, hieß es im Innenministerium. MV werde sich an der Umweltverträglichkeitsprüfung für den ersten Atommeiler im Nachbarland beteiligen. Die entsprechenden Dokumente würden für 2018 erwartet.

Zusätzliche Gefahr kommt jetzt von See: Einem Bericht zufolge schickt Russland über die Ostsee ein schwimmendes Kernkraftwerk von St. Petersburg in den fernen Osten – entlang der Küste von MV. Die beiden Reaktoren verfügen je über eine Leistung von 35 Megawatt und können damit eine Stadt mit 200 000 Einwohnern versorgen. Womöglich nur der Beginn einer Serienproduktion. Dem Bericht zufolge will Russland künftig verstärkt schwimmende Kernkraftwerke einsetzen, um Städte in entlegenen Regionen zu versorgen.  

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