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Karpfen und Co. an Land gezogen

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erstellt am 19.Sep.2010 | 04:23 Uhr

Krakow am See | Das Zugnetz ist ausgesetzt. Die Spannung steigt. Noch einmal verlassen die Männer die Boote. Schnell ist der Regenschauer vorbei. Fischer und Gäste des "Großen Fischzuges" am Krakower See lassen sich am Sonnabendvormittag die Stimmung nicht vermiesen. Guido Thies, Geschäftsführer der Bimes Binnenfischerei GmbH nimmt das Mikro in die Hand, erklärt wie die Fischereizugnetztechnik früher funktionierte. Die moderne Technik kommt später.

Rainer Wagner, Manfred Henning, Werner Loch und Kurt Goth stehen in den beiden Booten und ziehen allein mit Muskelkraft das Netz ein, Stück für Stück. "Ganz langsam", mahnt Fischer Werner Loch immer wieder. Die einen ziehen an der Oberleine, die anderen an der Unterleine. 30 Meter sind die Flügel lang, hören die Gäste von Guido Thies. Erst am Ende, im Sack, befinden sich die Fische. Die, so berichtet er weiter, hätten aber noch alle Möglichkeiten zu entfliehen. "Wer schlau ist, ist gleich weg. Fische sind gelehrig", sagt der Bimes-Geschäftsführer. In dem Moment tauchen auch schon die ersten Kormorane auf. Sieben Vögel sind am Himmel zu sehen. So ein kleinen Trupp macht Guido Thies noch keine Sorgen. Allzu oft aber würden große Trupps die Seen plündern, wie Stare einen Kirschbaum, beschreibt der Bimes-Chef die Sorge der Fischer. Derweil steigt die Spannung. Die Gäste sind dicht an die Boote gerückt. Als erstes sichten sie einen Barsch. Bald zappelt es im Netz.

Harald Keller (71) findet es immer wieder faszinierend, wenn das Netz hochkommt. "Man ist neugierig, was alles drin ist. Es ist ein tolles Spektakel", sagt der Güstrower, ein Stammgast beim "Großen Fischzug". Gleich aus dem Netz lässt er sich einen großen Karpfen reichen. "Das ist immer unser erster Karpfen im Jahr", erzählt er und verschwindet auch schon mit seiner "Beute". Auch Edeltraut und Heinz Kap hengst (beide 60) aus Plau lassen sich die Fischereitechnik-Vorführungen in Krakow am See nur selten entgehen. Einen 2780 Gramm schweren Karpfen lassen sie sich reichen. Den gäbe es gebraten oder sauer, sagen sie. "Frischer geht es nun wirklich nicht", betont Heinz Lenz (59) aus Breesen. Interessant für Marina Lenz (58) ist, was man wie nebenbei alles von der Fischerei erfährt.

"Wir wollen die Fischerei vorstellen", erklärt Guido Thies die Motivation für die Veranstaltung. Auch weil das Fischerfest in Krakow am See nicht mehr viel mit Fischerei zu tun habe, hätte man sich vor Jahren dazu entschlossen. Nun aber denkt der Bimes-Geschäftsführer doch darüber nach, ob man den "Großen Fischzug" im nächsten Jahr doch mit dem Fischerfest verbindet. "Es ist das 30. Fischerfest, also ein besonderes", erklärt er.

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