zur Navigation springen

Gesundheit : MV 2017 als einziges Land masernfrei

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hohe Impfquote zahlt sich aus. Erkrankungshoch und erster Todesfall in NRW. Druck auf Impfmuffel soll erhöht werden.

Während bundesweit in den ersten Monaten dieses Jahres bereits mehr Masernfälle registriert wurden als im gesamten Jahr 2016, hat die hochansteckende Erkrankung in unserem Bundesland kaum eine Chance. „Mecklenburg-Vorpommern ist bisher das einzige Bundesland ohne gemeldete Masern-Infektionen in diesem Jahr“, so die Sprecherin des in Rostock ansässigen Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus), Anja Neutzling.

Bis zum 24. Mai hatten die Gesundheitsämter bundesweit 695 Masern-Patienten gezählt, 406 allein in Nordrhein-Westfalen. Dort gab es am letzten Wochenende auch einen ersten Todesfall: In Essen starb eine 37-Jährige an Masern, die zwar geimpft gewesen sein soll, aber nicht in ausreichendem Maße.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Masern-Impfung für Säuglinge frühestens ab 9. Lebensmonat. Zudem sollen Erwachsene zwischen 19 und 46 Jahren eine Masernimpfung erwägen, falls ihr Impf-Status unklar ist, sie in der Kindheit nicht geimpft wurden oder nur eine der zwei notwendigen Impfungen erhalten hatten, so Anja Neutzling.

MV ist neben Brandenburg das einzige Bundesland, in dem mehr als 95 Prozent der Kinder durch Impfung vor Masern geschützt sind. Das geht aus Zahlen des RKI hervor, das seit Jahren den Impfstatus von 5- und 6-Jährigen vor der Einschulung erhebt. Danach hatte unser Bundesland mit 95,6 Prozent die höchste Masern-Impfquote im bundesweiten Vergleich. Der Durchschnitt aller Bundesländer liegt bei 92,8 Prozent, in Baden-Württemberg sogar bei unter 89 Prozent. Erst bei einer flächendeckenden Impfquote von 95 Prozent können die Masern besiegt werden. „Dann setzt der sogenannte Herdenschutz ein“, erklärt Lagus-Abteilungsleiterin Dr. Martina Littmann.

Bereits beim letzten größeren Masernausbruch 2015 kam MV vergleichsweise glimpflich davon: Von bundesweit 2464 Erkrankungsfällen wurden hierzulande lediglich 16 registriert, laut Lagus handelte es sich dabei zumeist um Urlauber. „Dieser Erfolg ist kein Selbstläufer“, sagt Martina Littmann. Dahinter stecke zum einen die gute Arbeit von Kinderärzten, die über Impfungen aufklären und Termine dafür im Blick haben. Zum anderen seien Eltern hierzulande aufgeschlossen gegenüber Schutzimpfungen. „Es gibt weniger Impfgegner als im Westen und im Süden Deutschlands“, stellt die Ärztin fest.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Mai.2017 | 20:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen