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Kinderleiche an der A24 : Mutter des toten Babys aus Wittenburg verhaftet

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Ermittler stießen über DNA-Spuren des Kindesvaters in einer Decke am Leichnam auf die Tatverdächtige.

svz.de von
erstellt am 02.Jul.2017 | 12:14 Uhr

Im Fall der Babyleiche von Wittenburg, die am 1. März nahe des Sportplatzes am Schäferbruch gefunden wurde, ist jetzt die Mutter des toten Säuglings ermittelt und  in Untersuchungshaft genommen worden.

Das Amtsgericht Schwerin hatte am Sonntag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Schwerin gegen eine 40 Jahre alte Frau aus Wittenburg Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags erlassen. Die Beschuldigte ist nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen dringend verdächtig, im Januar 2015 ihr neugeborenes Kind unmittelbar nach der Geburt getötet zu haben, heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Die weibliche Babyleiche hatten seinerzeit Spaziergänger in einem in Wittenburg relativ gut frequentierten Waldstück gefunden. Die Leiche sei gefroren gewesen. Nach dem Fund setzte die Polizei Spürhunde ein, um die Mutter des Kindes zu finden. Als der Versuch erfolglos blieb, starteten die Behörden einen der umfangreichsten DNA-Massentests in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. An dem freiwilligen Speicheltest nahmen laut Staatsanwaltschaft Schwerin fast 1200 der 1700 angeschriebenen Frauen teil. Für Informationen, die zur Ermittlung der Mutter führen, war zusätzlich eine Belohnung von 2000 Euro ausgesetzt.

Die rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams hatte ergeben, dass das Mädchen zum Zeitpunkt seiner Geburt noch gelebt hatte. „Die Ermittlungen zur Todesursache dauern weiterhin an“, so Oberstaatsanwältin Claudia Lange. Umfangreiche Ermittlungen führten am Sonntag zur Identifizierung und vorläufigen Festnahme der Beschuldigten.

Dabei hatte der Kindesvater, der von der Geburt des Kindes den Ermittlungen nach keine Kenntnis hatte, den entscheidenden Hinweis gegeben. Dessen DNA-Spur hatten die Ermittler zuvor auf der Babyleiche gesichert, meldet die Staatsanwaltschaft Schwerin. Durch einen Treffer in der DNA-Datenbank konnte der Mann als Kindesvater ermittelt werden. Warum die DNA des Mannes gespeichert war, wollte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin am Sonntag nicht sagen. Die DNA-Spur wurde aller Wahrscheinlichkeit nach über eine Decke, in die die Beschuldigte den Säugling nach der Geburt eingewickelt hatte, auf den Leichnam übertragen.

Die Beschuldigte hatte bisher nicht an der freiwilligen DNA-Reihenuntersuchung, für die am 5. Juli  ein weiterer Termin vorgesehen war, teilgenommen. Dieser Test fällt nun aufgrund des Ermittlungserfolges aus. Die Frau hat bereits eingeräumt, das Kind alleine zur Welt gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft weist jedoch formal auf die Unschuldsvermutung hin. Im Falle einer Überführung wird Totschlag mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.

 

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