brandenburg : Mutter angeklagt nach Baby-Misshandlung

Nachdem der Vater bereits zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, steht nun auch die Mutter vor Gericht verantworten

Ein Dreiviertel-jahr nach der schweren Misshandlung eines vier Monate alten Babys in Dranske hat die Staatsanwaltschaft Stralsund jetzt auch Anklage gegen die Mutter aus Brandenburg erhoben. Der Vater der kleinen Isabell war Ende April zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der zur Tatzeit 26-jährigen Mutter Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie gefährliche Körperverletzung durch Unterlassen vor, so Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg gestern. Isabell war im Oktober über drei Wochen mehrfach von ihrem Vater schwer misshandelt worden, unter anderem hatte er den Kopf des kleinen Mädchens in einem Türblatt eingeklemmt.  Er hatte seine Schuld gestanden, aber auch die Mutter belastet. Er warf der Mutter vor, auch das Kind geschlagen zu haben und bei Schlägen dabei gewesen zu sein. Cloppenburg sagte, die Anklage gegen die Mutter beruht auf der Gesamtschau der Angaben des Vaters, ihrer eigenen und auf den vorliegenden Sachverständigengutachten. Im Verfahren gegen den Vater hatte das Gericht keine aktive Beteiligung der Mutter an den Taten gesehen, ihr aber ein „großes Maß an Mitverantwortung“ zugesprochen. So hatte der Vater ihr eine SMS mit dem Satz  „Ich habe Angst, dass sie abkackt“ geschickt. Die Staatsanwaltschaft meint, die Mutter hätte spätestens in diesem Moment einschreiten müssen.

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