Schwerin : Mutmaßliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen: Prozess neu gestartet

Die beiden Angeklagten vor Gericht
Die beiden Angeklagten vor Gericht

Angeklagte bestreiten Missbrauch eines Mädchen

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21. November 2017, 20:45 Uhr

Die Staatsanwaltschaft behauptet, sie hätten ein 13 Jahre altes Mädchen in ihrem Zuhause zum Sex genötigt. Vor dem Schweriner Landgericht haben die beiden 19 und 31 Jahre alten Angeklagten den Vorwurf allerdings bestritten. Was sich zwischen dem Mädchen und den Männern in einem Dorf südlich von Wismar genau abgespielt hat, wird die Öffentlichkeit nicht erfahren. Die Richter schlossen gestern das Publikum bis zur Verkündung des Urteils vom Prozess aus. Der Schutz der Privatsphäre des Mädchens und der Angeklagten sei zu wichtig, als dass Details öffentlich ausgebreitet werden könnten.

Die Kapuze seines Pullovers tief ins Gesicht gezogen, betrat der schmächtige, aber sportliche 19-Jährige den Gerichtssaal. Sein ebenfalls angeklagter Onkel versteckte sein Gesicht hinter einem Briefumschlag. Das Mädchen gab sich laut Anklage gegenüber dem 19-Jährigen, den sie aus einem Internet-Chat kannte, als zwei Jahre älter aus und lud ihn am 19. Mai diesen Jahres zu sich nach Hause ein. Angeblich hatten sie sich zum Sex verabredet.

Der junge Mann soll seine Chat-Bekanntschaft gebeten haben, eine Freundin einzuladen, denn er wollte einen Freund mitbringen. Noch bevor der 19-Jährige mit seinem Onkel aus Lübeck eintraf, ließ das Mädchen sie wissen, dass keine ihrer Freundinnen kommt. Als die beiden vor ihrer Tür standen, soll sie ihnen gesagt haben, dass sie keine Lust auf Sex habe. Laut Staatsanwaltschaft ignorierten die Angeklagten dieses „Nein“ und vergingen sich an ihr. Sie verließen das Haus, als die Mutter des Mädchens nach Hause kam.

Die Verteidiger beantragten nach Angaben eines Gerichtssprechers inzwischen, das Verfahren einzustellen. Die Anklage sei ihrer Ansicht nach zu ungenau, hieß es. Bislang wurde nicht bekannt, ob das Gericht dem Antrag folgt.

Der Prozess hatte bereits im Oktober begonnen und wurde dann abgebrochen. Die Verteidiger der Angeklagten hatten zwei Richter erfolgreich abgelehnt, weil sie sie für befangen, also voreingenommen, hielten. Das hatten sie aus einem internen Vorgespräch zwischen den beteiligten Juristen geschlossen. Die neuen Richter werden den Prozess im Dezember fortsetzen.

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