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Festspiele Mecklenburg-Vorpommern : Musik ohne Grenzen

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Ausverkauftes Haus im Strandpavillon von Zippendorf bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Die Eröffnung der Festspielreihe wurde mit großer Spannung erwartet. Ein Abend voller musikalischer Novitäten.

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erstellt am 12.Jul.2013 | 10:29 Uhr

Schwerin | Ausverkauftes Haus im Strandpavillon von Schwerin-Zippendorf bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Die Eröffnung der Festspielreihe "Schorny spielt auf" war mit großer Spannung erwartet worden. Gilt der diesjährige Preisträger in Residence der Festspiele MV, Matthias Schorn alias Schorny, doch nicht nur als ein international gefeierter Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, sondern auch als engagierter und mutiger Volksmusiker, der seine Leidenschaft jenseits aller musikalischer Schranken auslebt.

So leitet er die Weltmusik-Gruppe Faltenradio und agiert gern in weiteren genreübergreifenden Crossover-Projekten. In der Ruhe und Abgeschiedenheit von Schloss Hasenwinkel hatte Matthias Schorn eine ganze Woche lang eine Reihe von musikalischen Freunden eingeladen, um bis tief in die Nacht hinein ein facettenreiches Crossover-Programm zwischen Blues, Folk, Klassik und Pop zusammenzustellen und einzuüben. "Und was hat das alles mit Volksmusik zu tun?", fragte Intendant Dr. Matthias von Hülsen zum Auftakt des Konzertes. Schorn antwortete mit verschmitztem Lächeln: "Lassen Sie sich überraschen."

Es wurde in der Tat ein Abend voller musikalischer Novitäten, der immer wieder unerwartete Kostbarkeiten unterschiedlichster Machart aneinanderreihte. Der Gastgeber glänzte während des Konzertabends nicht nur an Klarinette und Harmonika, sondern erwies sich auch als gleichermaßen sachkundiger und humorvoller Moderator. Ein Bandleader, der seinen Musikern breiten Raum für zuweilen fast atemberaubende Eskapaden einräumte. Die ungekrönten Stars des Abends waren zwei bekannte österreichische Jazzmusiker. Der Kontrabassist Georg Breinschmid und der Trompeter Thomas Gansch beeindruckten mit einer Tour de Force zwischen Klassik, Rock und Free Jazz, bei dem auch der sprichwörtliche Wiener Schmäh nie zu kurz kam. Ob Lohengrin-Adaption oder Beatles-Medley: Gansch und Breinschmid hatten bei ihren unorthodoxen, stets vergnüglichen Grenzgängen das verblüffte Publikum immer auf ihrer Seite.

Viel verdienten Beifall bekam auch der finnische Konzertpianist Jarkko Riihimäki. Seine romantische, teilweise elegische Tonart stand im feinen Kontrast zu den Clownerien der Jazzer. Zwei der emotional berührendsten Volksmusik-Stücke des Abends gestaltete der Gastgeber mit seiner Ehefrau Daniela Schorn an Harfe und Flöte. Immer ließ Matthias Schorn mit Hilfe seiner Musiker Tradition auf Moderne treffen. So gelang eine furiose, Grenzen niederreißende musikalische Weltreise, wie sie im Rahmen der Festspiele so wohl noch nie zu erleben war.

Am Ende gab es verdiente Standing Ovations von Seiten eines rundum begeisterten Publikums. Der glänzende Auftakt der Reihe "Schorny spielt auf" wird als Rundfunk-Aufzeichnung am 23. Juli von 20.03 Uhr an im Deutschlandradio Kultur gesendet. Im zweiten Teil dieser Sendung wird auch das am 19. Juli in Pasewalk stattfindende zweite Crossover-Konzert mit Matthias Schorn und Gästen aus Afrika, Deutschland, Finnland und Österreich zu hören sein.

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