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Zappanale in Bad Doberan : Musik im Geiste der Verständigung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die 28. Zappanale stand ganz im Zeichen von Dweezil Zappa und seines Ensembles

Bereits das Eröffnungskonzert der aus Rumänien angereisten Gruppe Theo And The WristBand sorgte für einen ersten musikalischen Höhepunkt auf dem festlich geschmückten Festival-Areal. Aber auch das folgende glanzvolle und mit großem Jubel bedachte Konzert des japanischen Jazz-Saxophonisten Kazutoki Umezu und seiner Kiki Band vermochte nicht ganz die eigentümliche Spannung aufzulösen, die überall auf dem Gelände zu spüren war. Die große Vorfreude bei den 1500 Gästen aus fünf Kontinenten drohte zu kippen, als in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend Gerüchte die Runde machten, Dweezil Zappa hätte das Flugzeug verpasst und würde nicht rechtzeitig anreisen können. Zum Glück gaben die Veranstalter sofort Entwarnung. Am Ende verschob sich das für den Sonnabendnachmittag angekündigte Meet & Greet mit Dweezil Zappa nur um eine knappe halbe Stunde. Mr. Zappa jun. ist eine echter Medienprofi. Bereits als Teenager drehte er in Hollywood, erst kürzlich rockte er in Jimmy Fallons Tonight Show, dem weltweit erfolgreichsten TV-Nachtprogramm. Aber mit dieser überschäumenden Woge an Verehrung und Zuneigung hier in Bad Doberan hatte er nicht gerechnet. Es war ein Moment wahrer Liebe, der da zu spüren war. Eine Liebe zum künstlerischen Vermächtnis seines Vaters und zu dem einzigartigem Engagement, das der Sohn von früher Jugend an dieser wunderbaren und nicht leicht zu interpretierenden Musik widmet.

Beim öffentlichen Interview vor seinem Konzert wurde Dweezil Zappa vom langjährigen Festival-Conferencier Jim Cohen gefragt, was sein Vater wohl heute zur gegenwärtigen unsicheren politischen Großwetterlage sagen würde. Der Sohn antwortete: „Ich weiß, dass mein Vater seine Meinung auch heute nicht hinterm Berg halten würde. Ich bin aber nicht so an Politik interessiert wie er. Deshalb fällt es mir schwer, konkret darauf zu antworten. Aber einen Satz meines Vaters kann ich hier bestätigen: Music is the Best!“

In der Tat ist Frank Zappas Musik bestens geeignet, bestehende geographische, kulturelle und soziale Unterschiede und Ressentiment zu überbrücken. Wie perfekt das gelingen kann, bewies das über dreistündige abendliche Konzert von Dweezil Zappa und seinem großartig aufspielendem Rock-Ensemble. Der Sohn zog alle Register, interpretierte gekonnt bekannte und weniger gespielte Kompositionen aus allen Schaffensphasen des Großmeisters. Es war ein Auftritt, der in die Geschichte der Zappanale eingehen wird und bei denen, die ihn erlebt haben, noch lange nachklingen dürfte.
 

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erstellt am 17.Jul.2017 | 06:00 Uhr

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