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Mecklenburg-Vorpommern

22. Oktober 2017 | 08:37 Uhr

Ankershagen : Museum erhält neue Schau

vom
Aus der Onlineredaktion

Schliemann-Gesellschaft: Dauerausstellung in Ankershagen soll komplett erneuert und das Haus ebenfalls modernisiert werden

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Das Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen bekommt bis Mitte 2019 eine komplett neue Dauerausstellung. Das Drehbuch dafür wird führend von Fachleuten der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft erarbeitet, wie der Vorsitzende Rainer Hilse sagte. Das sei mit dem Landkreis als Träger des einzigen Museums, das an den Troja-Entdecker (1822-1890) erinnert, schon abgesprochen. Mit dem Ausscheiden von Museumsleiter Reinhard Witte im September werde sich die Gesellschaft noch stärker in die wissenschaftliche Arbeit des Museums einbringen, dem dann eine Stelle dafür fehlt.

Die Einrichtung im früheren Pfarrhaus, in dem Schliemann aufwuchs, gehört zu den 20 sogenannten Blaubuchmuseen, die der Bund als besonders wichtig anerkannt hat.

„Wir wollen die Arbeit Schliemanns und ihn als Persönlichkeit auf moderne Art und Weise präsentieren“, erläuterte Hilse. Themen seien „Schliemann in seiner Zeit“, die Entwicklung der Archäologie, der Fund Trojas und regionale Bezüge wie zum Johann-Heinrich-Voß-Haus in Penzlin. Der Dichter und Homer-Übersetzer Voß (1751-1826) wurde bekannt, weil er die „Ilias“ und die „Odyssee“ übersetzte und lebte in dem Nachbarort, wo derzeit eine moderne Gedenkstätte entsteht. Für Schliemann sollen die Voß-Stücke ein Anlass gewesen sein, später antike Stätten zu suchen.

Die Kosten für die neue Schau, eine neue Heizung und weitere Umbauten am Museum würden auf rund 480 000 Euro geschätzt, sagte Hilse. Das Gros komme mit 206 000 Euro vom Bund. 20 000 Euro werde die Schliemann-Gesellschaft aufbringen, das restliche Geld soll von EU, Land und Kreis kommen. Für die Neugestaltung der Ausstellung und einiger Räume werde das Museum vermutlich Ende 2018/Anfang 2019 für zwei bis drei Monate geschlossen bleiben müssen. Zur Saison 2019 soll alles fertig sein.

In Ankershagen war der Troja-Entdecker in seiner Kindheit, weil der Vater eine Pfarrstelle dort hatte. Nachdem Schliemann als weltweit tätiger Kaufmann zu Wohlstand gekommen war, widmete er sich der Archäologie und war vor allem in Griechenland aktiv. Er sprach etliche Sprachen und lebte zuletzt in Athen, wo er auch begraben ist.

Der scheidende Leiter Witte gilt als einer der besten Kenner Schliemanns, hatte eine neue Biographie zum bekanntesten deutschen Archäologen vorgelegt und gehört zur Schliemann-Gesellschaft. Seine Sonntagsvorträge sollen weitergehen, Leiter wird die bisherige Stellvertreterin Undine Haase. Die Kooperation von Schliemann-Gesellschaft und Landkreis für das Museum soll auf eine vertragliche Basis gestellt werden. Die Gesellschaft hat 185 Mitglieder im In- und Ausland. Landrat Heiko Kärger (CDU) hatte mehrfach angemahnt, dass Ankershagen als eines von drei Kreis-Museen die Gästezahlen steigern müsse. Bisher kamen im Jahr rund 11 000 bis 13 000 Gäste.

„Ich stehe zum Museum“, sagte Kärger. Aber bisher schieße der Kreis pro Gast dort 27 Euro zu, beim Dreiköniginnen-Palais in Mirow zehn Euro, beim Agroneum Alt Schwerin sieben Euro. Man müsse das Museum anders entwickeln.

 

 

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