Munitionssuche im Bombodrom beginnt heute

<fettakgl>Die Bundeswehr</fettakgl> nutzte das Bombodrom als Übungsplatz<foto>dpa</foto>
Die Bundeswehr nutzte das Bombodrom als Übungsplatzdpa

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03. März 2013, 07:58 Uhr

Wittstock | Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide wird ab heute systematisch nach Munition gesucht. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) setzt damit erste Schritte ihres Entwicklungskonzeptes für das rund 144 Quadratkilometer große Gelände um. Unter die Lupe genommen werden rund 200 Kilometer Betriebswege, die die Bima für die Bewirtschaftung des Areals benötigt, sowie die Bereiche, in denen Wohnhäuser näher als 1000 Meter zum ehemaligen Bombdodrom stehen. Das bestätigte der stellvertretende Betriebsleiter der Bundesforst Westbrandenburg, Rainer Entrup.

Mittels eines Spezialfahrzeuges sollen in einem ersten Schritt metallische Gegenstände unter den Wegen bis in drei Meter Tiefe lokalisiert werden. Zu Fuß werden die Waldgebiete in der Nähe der Dörfer abgesucht. Danach werde über weitere Schritte entschieden. Vieles könne der eigens eingestellte Feuerwerker überprüfen und beseitigen. Zwei Firmen sind laut Entrup mit der Suche beauftragt, die Kosten bezifferte er mit rund 250 000 Euro.

"Bei diesen Suchmaßnahmen geht es um die Sicherheit der Bima-Mitarbeiter und der Anwohner", erklärt Entrup. Selbst alte Datenquellen konnten die Belastung nicht mit Sicherheit darstellen. Deshalb sei eine eigene Suche unerlässlich. Zwischen Wohnbebauung und Übungsplatzgrenzen werden Mitarbeiter mit Suchgeräten auf speziell festgelegten Wegen zu Fuß unterwegs sein. "Es geht dort vor allem um oberflächennahe Funde", erklärt Rainer Entrup. Munition, die etwa bei einem Waldbrand explodieren und Anwohner gefährden könnte, muss aus dem Boden. Deshalb sei der Anstand von 1000 Meter gewählt worden, da Metallsplitter so weit fliegen würden, so der Experte. "Liegt dort Munition und gibt es eine Gefahr? Das kann bis heute niemand beantworten." Bei den Betriebswegen und den Brandschutzstreifen liege der Sachverhalt etwas anders. Dort fahre teils schwere Technik, weshalb auch in der Tiefe gesucht werde.

Die Munitionssuche diene nur der sicheren Bewirtschaftung. Das sei noch keine Vorbereitung, um Areale für Besucher oder die touristische Nutzung freizugeben, so die Bundesforst. Das Betreten bleibe weiterhin verboten.

Der Kreis Ostprignitz-Ruppin hat zum Jahresende ein Konzept für den Übungsplatz beschlossen. Die bis 2025 vorgesehene touristische Nutzung ist laut Konzept ausschließlich nur in den Bereichen geplant, auf denen nicht geschossen wurde.

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