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Verunreinigtes Trinkwasser in MV : Mückenplage ist schuld

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In Mecklenburg-Vorpommern müssen erneut mehrere tausend Einwohner ihr Trinkwasser vorsichtshalber abkochen. Ursache für das verunreinigte Trinkwasser sei die Mückenplage 2011.

svz.de von
erstellt am 07.Nov.2011 | 08:57 Uhr

Pasewalk | Die beispiellose Mückenplage nach dem Sommer-Hochwasser 2011 soll die Ursache für das verunreinigte Trinkwasser in Vorpommern sein. Das vermuten Experten von Gesundheitsämtern und Wasserversorgern, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa am Montag ergab. "Das klingt am plausibelsten", sagte Uwe Mentz, Technischer Leiter beim Trink- und Abwasserzweckverband Uecker-Randow Südost in Pasewalk. Der Nachweis im Labor sei aber schwierig. Eine akute Gesundheitsgefahr bestehe nicht, heißt es aus den zuständigen Landratsämtern.

In Vorpommern müssen seit zwei Wochen immer wieder Einwohner ihr Trinkwasser abkochen. Erst bei Gützkow, wo das Problem inzwischen behoben wurde, dann rund um Marlow und Putbus (Vorpommern-Rügen) und bei Papendorf (Vorpommern-Greifswald). Am Montag wurde bekannt, dass weitere Einwohner rund um Ferdinandshof nördlich von Pasewalk betroffen sind. Die Gesundheitsbehörden ordneten in allen Fällen Desinfektionen mit Chlor an. Das könne aber je nach Größe des Wassernetzes längere Zeit dauern, so lange sollte Wasser für die Ernährung abgekocht werden.

"Aus dem Grundwasser kommt es nicht", sagte Mentz. Vom Grundwasser am Brunnen Papendorf bis zu einem Zwischenspeicher seien alle Werte in Ordnung. "Wahrscheinlich haben sich die Mücken durch die Be- und Entlüftung in das Wassernetz zurückgezogen, wo sie absterben." Für "sehr wahrscheinlich" hält auch die Trinkwasserexpertin Ricarda Distler vom Gesundheitsamt in Waren die Mücken als Ursache. "Wenn Kleinstlebewesen absterben, gibt es einen Nährboden für Keime", sagte Distler. Der Nachweis im Labor sei aber sehr schwierig. In weiten Teilen Vorpommerns und der Mecklenburgischen Seenplatte hatten die Rekordniederschläge im Sommer zu Überschwemmungen geführt, vor allem entlang der Flusstäler, wie von Uecker, Randow, Peene, Tollense und Trebel. Durch die über Wochen feuchten Wiesen entwickelte sich eine Mückenplage, die derzeit noch andauert.

Allein im Versorgungsgebiet des Trink- und Abwasserzweckverbandes Uecker-Randow Südost leben rund 5000 Menschen, von denen etwa die Hälfte ihr Trinkwasser abkochen muss. "Das wird auch noch eine Weile dauern", sagte der Technische Leiter Mentz voraus. Das hänge mit dem sehr großen Leitungsnetz zusammen. "Einen eindeutigen Beweis per Analyse gibt es für die Mücken-Variante noch nicht", sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes in Pasewalk, Petra Trin. Jetzt müsse das Problem mit dem gesunden Menschenverstand analysiert werden.

"Früher fanden wir manchmal tote Fledermäuse oder Vögel im Wasser, aber inzwischen sind die Leitungsnetze saniert und so etwas, kommt dort nicht mehr vor." Das Wasser sei optisch in Ordnung, deshalb könnten Mücken schon die Ursache für die Keime sein.

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