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Myxomatose: Mehr Tiere gestorben als sonst : Mückenplage gefährdet Langohren

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Der feuchte Sommer 2011 und die anschließende Mückenplage machen den Kaninchenzüchtern und -haltern in MV stark zu schaffen. Innerhalb weniger Wochen starben deutlich mehr Tiere an Myxomatose als in den Vorjahren.

Demmin/Schwerin | Der feuchte Sommer 2011 und die anschließende Mückenplage machen den Kaninchenzüchtern und -haltern in Mecklenburg-Vorpommern stark zu schaffen. Innerhalb weniger Wochen starben deutlich mehr Tiere an Myxomatose als in den Vorjahren, sagt Peter Kalugin, Vorsitzender des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter Mecklenburg und Vorpommern. "Es gibt regional Unterschiede, aber die Lage ist bei einigen Züchtern dramatisch." Hauptgrund dafür ist nach Angaben von Veterinärmedizinern die nach dem Regen-Sommer enorme Mückenplage, die bis in den November anhielt.

Anlieger überschwemmter Wiesen leiden besonders

Besonders betroffen seien Kaninchenhalter, die in der Nähe von Wiesen leben, die wochenlang unter Wasser standen. Im Nordosten hatte es im Juli so viel geregnet, wie noch nie in einem Sommer. "Die Mücke ist der Hauptüberträger dieser Krankheit", erklärt Kalugin. Bei der Myxomatose handelt es sich um eine für den Menschen ungefährliche Viruserkrankung, die auch Kaninchenpest genannt wird.

Stark betroffen sind unter anderem Halter in den Altkreisen Rügen, Demmin und Mecklenburg-Strelitz, aber auch in Westmecklenburg gebe es stärker betroffene Regionen und Züchter. Wegen der Rekord-Regenfälle standen unter anderem in den Flusstälern der Tollense, Trebel, Uecker und Randow lange Zeit Wiesen und Felder unter Wasser. Dadurch konnten sich Mücken stark vermehren. Das warme Herbstwetter bescherte den Mücken zusätzlich ideale Brutbedingungen. Kleinhalter, die ihre Tiere im September geschlachtet haben, hatten Glück. Wer bis Oktober wartete, war schlechter dran.

Genaue Zahlen über tote Kaninchen lägen noch nicht vor, sagt der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Hans Werner Schwenk aus Gnoien.

Dem Verband gehören landesweit 1300 Züchter an, die jährlich rund 25 000 Kaninchen aufziehen. Auch die Behörden erfassen tote Kaninchen nicht, erläutert eine Sprecherin des Veterinäramts beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Ratlos mache viele Kaninchenhalter vor allem das aggressive Verhalten der Mücken. "Wir haben beobachtet, dass die Mücken nicht nur viermal, sondern bis zu 20-mal zugestochen haben", berichtet Gabriele Illing, Kaninchenhalterin aus Demmin. Dies habe mit dem Brutverhalten der Mückenweibchen zu tun, die immer besonders viel Blut brauchen, bevor sie ihre Eier ablegen.

Nach letztem Winter ohnehin weniger Tiere

Tierhalter können Kaninchen gegen Myxomatose eigentlich auch impfen lassen. "Das ist bei den Züchtern üblich, viele Kleinhalter verzichten aber auf die Impfung", sagt Schwenk. Die notwendige Doppelimpfung koste 14 Euro. Wer aber privat geschlachtete Kaninchen zu Weihnachten verkaufe, bekomme je nach Rasse und Gewicht oft nicht mehr als 15 bis 20 Euro pro Tier.

Auch bei den Landes- und Kreisausstellungen haben die Züchter das vermehrte Kaninchensterben bemerkt. "Wir hatten deswegen rund 400 Tiere weniger als sonst bei der Landesausstellung", erklärt Schwenk.

Außerdem hätten Züchter und Halter wieder mehr Kaninchen gekauft, um ihre Bestände aufzufrischen. "Dazu kommt, dass auch die Aufzucht 2011 sehr schwer war", ergänzt Kalugin. Durch den langen Winter wurden deutlich weniger Kaninchen aufgezogen. "Ich habe sonst etwa 100 Jungtiere, 2011 waren es 30 junge Kaninchen."

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erstellt am 08.Dez.2011 | 07:21 Uhr

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