Stabhochspringerin Martina Strutz : Moskau heißt das große Ziel

Vizeweltmeisterin Martina Strutz will ihre Stäbe am Freitag beim traditionellen Marktplatzspringen in Recklinghausen erstmals in diesem Jahr zum Freiluftwettkampf auspacken. Foto: imago
Vizeweltmeisterin Martina Strutz will ihre Stäbe am Freitag beim traditionellen Marktplatzspringen in Recklinghausen erstmals in diesem Jahr zum Freiluftwettkampf auspacken. Foto: imago

Am Freitag startet Stabhochspringerin Martina Strutz beim Marktplatzspringen in Recklinghausen ins WM-Jahr. Trotz Achillessehnenprobleme ist die Schwerinerin vom SC Neubrandenburg zuversichtlich.

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22. Mai 2013, 10:20 Uhr

Schwerin | Wenn Stabhochspringerin Martina Strutz am Freitag beim Marktplatzspringen in Recklinghausen ins WM-Jahr einsteigt, dann kann sie sich nur selbst überraschen - positiv oder auch negativ. "Ich habe im Moment überhaupt keine Ahnung, wo ich leistungsmäßig stehe", sagt die 31 Jahre alte Schwerinerin vor dem Auftakt in ihre zweite Freiluftsaison im Trikot des SC Neubrandenburg. Zwar geht es in Sachen Achillessehnenprobleme, die im Januar ihren vorzeitigen Ausstieg aus der Hallensaison zur Folge hatten, "immer besser. Doch ganz ausgestanden ist die Geschichte noch nicht", sagt die Vize-Weltmeisterin von Daegu 2011. "Aber zumindest kann ich schon wieder in Spikes springen und habe mich auch immer näher an meinen langen Anlauf herangetastet."

Dass ihr dabei noch zwei Schritte an den optimalen 16 fehlen, ist auch der beruflichen Beanspruchung geschuldet. Im Rahmen ihrer Polizei-Ausbildung, die Ende Juni noch drei Abschlussprüfungen an einem Tag bereithält ("In welchen Fächern weiß ich allerdings noch nicht."), hat "Strutzi" gerade ein dreimonatiges Praktikum im Schichtbetrieb einer Neubrandenburger Polizeiwache hinter sich gebracht. Dabei hat sie so ziemlich alles erlebt, was der Streifendienst hergibt, bis hin zu Schlägereien und Körperverletzungen. Trotz ihrer nur 1,60 Meter Körpergröße auch solchen Situationen gewachsen sein zu müssen, macht der deutschen Ex-Rekordhalterin (4,80 m) aber nichts aus. "Ich weiß mich schon durchzusetzen", sagt sie nur und fügt hinzu: "Doch, doch, das Praktikum hat schon Spaß gemacht."

Nur für das Training und insbesondere die Vorbereitung auf die WM in Moskau (10. bis 18. August) war es nicht ideal. Einmal täglich Training, je nach Möglichkeit vor oder nach der Schicht - da baut sich über die Monate ein beachtliches Defizit auf. "Noch bin ich ein wenig platt vom Praktikum. Aber natürlich muss ich sehen, wie ich den Trainingsrückstand aufhole und versuchen, vor allem über Wettkämpfe Form aufzubauen, um für Moskau in die Spur zu kommen", umreißt die erfahrenste und als "Vize" bei WM und EM sowie als Olympiafünfte auch erfolgreichste deutsche Stabhochspringerin der letzten Jahre ihren Schlachtplan.

Und so geht es jetzt quasi im Wettkampf-Wochentakt durch Mai und Juni. Nach Recklinghausen folgen Meetings im polnischen Sopot (30. Mai), in Regensburg (8. Juni), bei den Bislett Games in Norwegens Hauptstadt Oslo (13. Juni), in Hof (22. Juni) sowie im englischen Birmingham (30. Juni), das wie Oslo zur Diamond League gehört. "Und am Wochenende danach sind ja auch schon die ,Deutschen in Ulm. Spätestens da muss ich dann fürs Moskau-Ticket wieder voll im Soll sein."

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