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Blitzer-Marathon : Morgen blitzt es fast überall im Land

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei und Ordnungsämter führen landesweit an 150 Unfallschwerpunkten in Mecklenburg-Vorpommern Geschwindigkeitskontrollen durch.

von
erstellt am 17.Sep.2014 | 11:59 Uhr

Achtung Autofahrer, am morgigen Donnerstag blitzt es nahezu in ganz Deutschland. Die Polizei fahndet 24 Stunden lang verstärkt mit Radarkontrollen nach Temposündern. Beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon sind im vergangenen Jahr 83000 Raser erwischt worden. Jetzt findet eine Neuauflage der Aktion statt.

Die aktuelle Zahl der Verkehrsopfer spricht für das harte Vorgehen. „Leider ist die Zahl der im ersten Halbjahr 2014 getöteten Verkehrsteilnehmer in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich angestiegen. Deshalb halte ich den gemeinsamen Blitzmarathon aller Länder für ein sehr geeignetes Mittel“, sagte gestern Innenminister Lorenz Caffier (CDU). In der ersten Hälfte 2014 kamen auf den Straßen im Nordosten 43 Menschen ums Leben. Das waren 14 mehr als im Vorjahreszeitraum. Hauptunfallursache ist nach wie vor unangepasste Geschwindigkeit.

In der Zeit von Donnerstag sechs Uhr bis Freitag sechs Uhr werden 430 Polizeibeamte sowie Mitarbeiter der Kommunalen Ordnungsbehörden an über 150 Kontrollstellen in Mecklenburg-Vorpommern die zulässige Höchstgeschwindigkeit überwachen. „Aber auch andere Verkehrsvorschriften, wie die richtige Nutzung von Sicherheitsgurten oder das Handyverbot während der Fahrt werden im Fokus der Kontrollen stehen“, so der Innenminister. Gemessen werde vor allem im Bereich von bekannten Unfallbrennpunkten.

Verkehrsunfälle in hohen Geschwindigkeitbereichen haben aufgrund der hohen Aufprallenergie oft verheerende Auswirkungen. „Wären Autos im Durchschnitt bei Unfällen nur um fünf Prozent langsamer unterwegs, würde die Zahl der Unfälle mit Verletzten um zehn Prozent und die mit Getöteten sogar um zwanzig Prozent sinken“, sagte Jens Schade, Verkehrspsychologe von der Technischen Universität Dresden. Ein Zusammenstoß bei Tempo 30 kommt einem Sturz aus 3,5 Metern gleich – ein Crash mit 80 Kilometern pro Stunde entspricht sogar einem Fall aus 25 Metern.

Das Unrechtsbewusstsein für zu hohe Geschwindigkeiten scheint in der Bevölkerung allerdings noch wenig ausgeprägt, meinte Verkehrspsychologe Jens Schade. „Laut Umfragen verurteilen 74 Prozent der Autofahrer zwar Alkoholverstöße. Doch zu schnelles Fahren wird lediglich von 15 Prozent der Befragten als gravierender Normenverstoß nicht toleriert“, sagte der Wissenschaftler.

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