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Baltic Fashion droht Aus : Modenschau nur noch alter Hut?

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Querelen um die Modenschau Baltic Fashion auf Usedom: Nachdem Kritiker durchgesetzt haben, dass Verträge gekündigt werden, hat sich das Land eingeschaltet. Der Modenschau droht das Aus.

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erstellt am 26.Okt.2012 | 07:55 Uhr

Schwerin/Heringsdorf | Der internationalen Modenschau Baltic Fashion Award auf Usedom droht das Aus, nachdem das Heringsdorfer Kommunalparlament per Mehrheitsbeschluss den Vertrag mit der Veranstaltungsagentur weitgehend gekündigt hat. Inzwischen haben sich auch Staatskanzlei und Wirtschaftsministerium in die Vorgänge eingeschaltet - das Land hat die Show, die sich in den vergangenen Jahren zu einem der bekanntesten Mode- und gesellschaftlichen Ereignisse in Ostdeutschland entwickelt hat, hoch gefördert. Wie Regierungssprecher Andreas Timm auf Nachfrage bestätigte, habe man vergangene Woche mit den Akteuren ein Gespräch in Schwerin geführt. "Aus Sicht des Landes wäre es wünschenswert, wenn die Veranstaltung erhalten bliebe. Dazu sind aber weitere Gespräche nötig", sagte er. Wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums ergänzte, hat das Land den Baltic Fashion Award seit 2001 bis einschließlich vergangenes Jahr mit Mitteln in Höhe von 674 000 Euro gefördert.

Die Kritiker auf Usedom hatten argumentiert, dass die Kosten in Höhe von 300 000 Euro unangemessen seien. Persönliche Animositäten vor Ort sollen laut Insidern aber auch eine Rolle spielen.

Laut Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (parteilos) sei man seitens des Landes gebeten worden gemeinsam mit der Veranstaltungsagentur Acksteiner aus Berlin noch im nächsten Monat ein Konzept zur Weiterführung zu erarbeiten. Dies habe man am Donnerstagabend der Gemeindevertretung mitgeteilt. "Ich hoffe sehr, dass wir dann doch noch zu einem positiven Votum kommen werden", sagte Petersen. Wie der Bürgermeister erläuterte, sehe der bislang gefasste Beschluss vor, die Verträge zu kündigen und nur noch die Hauptveranstaltung der übers Jahr verteilten Modenschau-Reihe über die Bühne gehen zu lassen - den Baltic Fashion Award, bei dem im Frühjahr die Preise vergeben werden. Wegfallen würden unter anderem die Schau auf der Heringsdorfer Seebrücke im Sommer und die Berliner Show. Letztere sei aber unbedingt notwendig, um die Frühjahrsschau zu organisieren, weil in Berlin die Designer-Kandidaten für die Preisverleihung ausgewählt werden. Insofern sei auch die Hauptshow gefährdet, so Petersen. Der Bürgermeister sieht aber auch noch einen anderen Grund, bei der Stange zu bleiben - die Förderung der Tourismusbranche in der Region. Die richte sich auch immer mehr auf Skandinavien und Osteuropa aus - den Hauptakteursgebieten der Baltic-Fashion-Tage. Der Award versteht sich als ein internationaler Design-Wettbewerb für kreative Mode-Kollektionen aus dem Ostseeraum. Seit 2002 werden dabei hervorragende Leistungen im Modedesign ausgezeichnet. Um den Preis können sich alle Modedesigner mit abgeschlossener Ausbildung beziehungsweise mit mehrjähriger Berufserfahrung bewerben, die in Skandinavien und den anderen Anrainerstaaten der Ostsee - Dänemark, Norwegen, Island, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Deutschland - geboren sind, dort leben oder arbeiten.

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