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Mecklenburg-Vorpommern

17. Oktober 2017 | 22:55 Uhr

Mobilität als Luxus

vom

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2011 | 10:53 Uhr

Schuld sind immer die anderen: Staat und Mineralölwirtschaft schieben sich gegenseitig die Verantwortung für hohe Benzin- und Dieselpreise zu. 2011 war für die Autofahrer das bisher teuerste Jahr. Binnen zehn Jahren ist der Preis für Benzin um fast die Hälfte gestiegen, für Diesel um mehr als 70 Prozent. Mobilität auf den eigenen vier Rädern droht zum Luxusgut zu werden.

Mag mancher im großstädtischen Bereich auch die Möglichkeit haben dank gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs öfter auf das Auto zu verzichten - für diejenigen, die auf dem Land wohnen, gibt es kaum eine Alternative. Gerade in Zeiten, in denen von Arbeitnehmern Flexibilität verlangt wird, darf die Preisschraube nicht überdreht werden.

Die Autofahrer werden von der Politik über Steuern stark zur Kasse gebeten. Ganz gleich, welche Regierungskonstellation gerade regiert, auf die hohen und zuverlässigen Einnahmen möchte sie nicht verzichten.

Die Mineralölkonzerne wiederum verstecken sich hinter dem Argument der hohen Steuerlast, dabei sind sie selbst der Abzocke der Autofahrer beteiligt. Das Bundeskartellamt hat längst festgestellt, dass die Konzerne die Preise im Gleichschritt erhöhen - auch ohne gesetzeswidrige Absprachen. Die Konzerne verstehen sich blind. Mehr Konkurrenz auf dem Markt wäre das richtige Rezept gegen diese Praktiken. Bundeswirtschaftsminister Rösler will durchsetzen, dass die Sprit-Lieferpreise für freie Tankstellen nicht höher sein dürfen als an konzerneigene Pächter - immerhin ein Anfang.

Doch auf deutliche Entlastung sollten die Autofahrer nicht hoffen. Vorwände für einen hohen Spritpreis werden sich immer finden - und Sündenböcke auch.

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