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FC Hansa Rostock : Mittlerweile in jeder Liga ein 0:6

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0:6 in Darmstadt - die Kogge von der Ostseeküste, die seit 1991/92 insgesamt zwölf Spielzeiten in der 1. sowie acht in der 2. Bundesliga zu Hause war, bezog, inzwischen in die Drittklassigkeit abgestürzt, mächtig Prügel.

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erstellt am 23.Sep.2013 | 07:08 Uhr

Rostock | 0:6 in Darmstadt - ein Ergebnis, das für viele Anhänger des FC Hansa Rostock nur schwer zu verdauen ist. Vor allem für die knapp 1000, die den weiten Weg nach Hessen mit angetreten haben.

0:6 in Darmstadt - die Kogge von der Ostseeküste, die seit 1991/92 insgesamt zwölf Spielzeiten in der 1. sowie acht in der 2. Bundesliga zu Hause war, bezog, inzwischen in die Fußball-Drittklassigkeit abgestürzt, mächtig Prügel.

0:6 in Darmstadt - das Resultat ist für den FCH nichts Neues. Im November 2004 in der 1. Liga zu Hause gegen den Hamburger SV sowie im November 2008 in der 2. Liga beim 1. FC Kaiserslautern mussten die Ostseestädter ebenfalls ein 0:6 (in Worten: null zu sechs) einstecken. Das sind im Übrigen die Rekordpleiten des Vereins seit der Wende.

Die neuformierte Truppe des norddeutschen Traditionsclubs präsentierte sich ohne ihren erkrankten und daheim gebliebenen Coach Andreas Bergmann in einem desolaten Zustand. Hinten wie vorne passte nichts zusammen, wurden die aktuellen Missstände von einem allenfalls mittelprächtigen Team deutlich aufgezeigt:

Verteidigung

Im siebenten Spiel in Folge kassierten die Rostocker mindestens einen Gegentreffer. Lediglich beim 0:0 zum Saisonauftakt gegen Holstein Kiel stand hinten die Null. Beide Außenverteidiger Radjabali-Fardi (links) sowie Mendy (rechts) agieren sehr offensiv, vernachlässigen dabei häufig ihre Defensivaufgaben. Letztgenanntem fehlt zudem die nötige Präsenz in den Zweikämpfen. Des Weiteren wurde Kapitän Sebastian Pelzer vom Links- zum Innenverteidiger umgeschult. Nicht zu vernachlässigen ist, dass mit Ruprecht, Pelzer und Fardi gleich drei Linksbeiner in der etatmäßigen Viererkette agieren, was oftmals gerade im schnellen Spielaufbau für Probleme sorgt. Von der allgemeinen Verunsicherung der Hintermannschaft lässt sich auch Keeper Johannes Brinkies anstecken. Er offenbart Schwierigkeiten in der Strafraumbeherrschung.

Mittelfeld

In diesem Mannschaftsteil fehlt der am Wadenbein verletzte Routinier Milorad Pekovic (mindestens noch drei Wochen) als Führungsspieler an allen Ecken und Enden. Der mit allen Wassern gewaschene Montenegriner hielt Leonhard Haas (schon sechs Torvorlagen) zu Saisonbeginn den Rücken frei. Jetzt ist "Leo" der Leitwolf, kommt der Rolle aber nur bedingt nach. Mit Grupe - in Darmstadt unerklärlicherweise auf der Bank - bekommt er die Mitte einigermaßen dicht. Schünemann ist gerade defensiv gesehen noch nicht soweit.

Lebten die Rostocker in den ersten Runden gerade auch von ihrer starken Flügelzange Blacha (links) - Jakobs (rechts), so herrscht auf diesen Positionen momentan eine Flaute. Während Blacha die Effektivität der Anfangsphase - immerhin drei Saisontore - etwas abhanden gekommen ist, hat Jakobs seinen Platz an Weidlich verloren. Allerdings überzeugte dieser in den wenigsten Fällen und offenbart im Zusammenspiel mit Mendy enorme Defensivschwächen, wirkt regelmäßig nach knapp 60 Minuten platt.

Sturm

Der Angriff ist mit 13 Toren in zehn Partien bestenfalls Durchschnitt. Die offensive Spielweise schlägt sich zu selten im Resultat nieder. Der unermüdliche Halil Savran (drei Treffer) ist zwar ständig am Ackern, allerdings geht dem 28-Jährigen ab und an die Torgefahr "flöten". Mit vier Saisontreffern hat sich der griechische Leihstürmer Nikolaos Ioannidis rasch akklimatisiert. Doch der 19-Jährige übertreibt es oft mit Kabinettstückchen und Dribblings, muss seine Qualitäten mehr ins Mannschaftsspiel einbringen. Mustafa Kucukovic, der dem Team mit seinem frühen Platzverweis in Darmstadt einen Bärendienst erwies (14.), muss weiter an seiner Fitness arbeiten. Sturmkollege Johan Plat, seit drei Wochen wegen Rückenproblemen außer Gefecht, hat Schwierigkeiten mit dem laufintensiven Pressing unter Trainer Bergmann.

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