Fahrplanwechsel : Mitreden beim Nahverkehr

Ab sofort können Fahrgäste ihr Wünsche und Anregungen für den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember online einreichen.
Ab sofort können Fahrgäste ihr Wünsche und Anregungen für den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember online einreichen.

Bis zum 13. April können Bahnnutzer Änderungsvorschläge zu den Nahverkehrsplänen für 2019 machen

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06. März 2018, 20:55 Uhr

Nach der großen Resonanz im vergangenen Jahr beteiligt die Landeseigene Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) in diesem Jahr erneut die Fahrgäste an der Vorbereitung des Jahresfahrplans für 2019. Früher hatte das Land als Besteller des Nahverkehrs die Kreise, Kommunen und Verbände dazu eingeladen, es sei dann oft häufig im Detail nicht gelungen, dass die Fahrgäste sich in den Plänen wiederfinden, erklärte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) gestern vor der Landespressekonferenz in Schwerin die Fortsetzung des Beteiligungsverfahrens. Ende Februar stellte die Bahn die Entwürfe für die ab dem 9. Dezember dieses Jahres in Kraft tretenden Fahrpläne vor. Für MV können sie im Internet unter www.fahrplan2019mv.de abgerufen werden. Gleich daneben lassen sich in ein Formular die Änderungsvorschläge eintragen – auch anonym. „Es ist wichtig, dass die Fahrgäste in MV, die ihren Lebensrhythmus nachhaltig nach den Bahnfahrplänen eingestellt haben, jetzt schon Signale geben, wo etwas hakt. Oft kann man mit kleinen Dingen riesige Wirkungen erreichen“, so Pegel.

Mehr als 560 Hinweise kamen im vergangenen Jahr zusammen. Daraufhin haben Ministerium und VMV die Angebote auf den Linien Rostock-Stralsund, Berlin-Neubrandenburg, Wolgast-Heringsdorf und auf der Rostocker S-Bahn erweitert. Eine neue Spätverbindung zwischen Schwerin und Hamburg wird voraussichtlich im Juni folgen, blickte Pegel voraus. Die Kosten für die zusätzliche Bestellung von 1,3 Millionen Euro trägt das Land.

Viele Vorschläge ließen sich aber auch kostenneutral umsetzen, „etwa wenn die Umsteigezeit knapp bemessen ist, wäre es gut, wenn die Züge an direkt gegenüberliegenden Gleisen halten“, nennt Pegel ein Beispiel für einen Hinweis.

Über die Vorschläge, die dem VMV gemacht werden, verhandelt dann nicht das Land, sondern die Schienenverkehrsunternehmen mit der DB Netz AG. „Formaljuristisch spielen wir über Bande“, so Pegel. Aktuell sind knapp 70 Meldungen zum Fahrplanwechsel im Dezember über die Homepage eingegangen, so VMV-Geschäftsführer Detlef Lindemann. Auch die Linken-Fraktion im Landtag wünscht sich rege Beteiligung. „Die Fahrgäste erleben schließlich jeden Tag, wie die Anschlüsse passen und ob das Umsteigen funktioniert“, erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Mignon Schwenke.

Pendler müssen sich jedoch beeilen: Noch bis zum 13. April können sie ihre Anmerkungen einreichen, dann endet die Trassenanmeldefrist für die Schienenverkehrsunternehmen. Mitte September stellt die DB Netz AG die Streckenpläne dann fest. MV zählte im vergangenen Jahr 25,7 Millionen Nahverkehrsgäste, davon entfallen 8,5 Millionen Fahrten auf Berufspendler und Schüler.

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