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Verunsicherung am Staatstheater : Mitarbeiter zwischen Hoffnung und Frust

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Der Betriebsratsvorsitzende des Mecklenburgischen Staatstheaters, Andreas Fritsch, ist enttäuscht: „Wie soll man in so einer Situation Theater machen, wenn einem das Wasser abgedreht wird?"

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erstellt am 02.Nov.2011 | 10:39 Uhr

Altstadt | "Wie soll man in so einer Situation Theater machen? Wie sollen wir in drei Wochen mit dem Weihnachtsmärchen beginnen und mehr als 20 000 Kindern Freude bringen?", fragt der Betriebsratsvorsitzende des Mecklenburgischen Staatstheaters, Andreas Fritsch. "Die Kollegen sind nach der Absage der zunächst versprochenen Soforthilfe des Landes total verunsichert, sie wissen nicht, ob sie nach der nächsten Vorstellung den blauen Brief bekommen. Die Situation war noch nie so hoffnungslos. Wir fühlen uns vom Land im Stich gelassen, wir sind maßlos enttäuscht", sagt Fritsch. Noch vor wenigen Wochen habe der Ministerpräsident beim Festakt zum Theaterjubiläum den Mitarbeitern Hoffnung gemacht, und jetzt stehe die neue Landesregierung konzeptions- und hilflos da, resümiert der Betriebsratsvorsitzende voll Bitterkeit. Und er legt noch nach: Millionen und Abermillionen seien in den vergangenen Jahren nutzlos in die Werften gesteckt worden, aber dem Theater, einem ebenfalls großen Arbeitgeber mit mehr als 320 Arbeitsplätzen, der zudem nachweislich seinen Kultur- und Bildungsauftrag alljährlich für 200 000 Menschen erfülle, werde das Wasser abgedreht. "Das ist bitter und ungerecht", fasst Fritsch zusammen.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow indes betonte, dass sie auch weiterhin davon ausgehe, dass die Landesregierung ihre Zusage, den Theatern zu helfen, wahr mache und damit auch eine Soforthilfe für das Mecklenburgische Staatstheater möglich sei.

Zügige Entscheidungen von der Landesregierung zur Soforthilfe für das Schweriner Theater fordert der Stadtvertreter und Landtagsabgeordnete der Linken, Henning Foerster. "Wir werden das Thema Soforthilfe für die Theater im Landtag parla mentarisch aufgreifen und uns an die Seite der Mitarbeiter stellen", kündigte Foerster an.

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