Niederdeutsche Dichterin Ursula Kurz feiert 90. Geburtstag : Mit Worten Bilder malen

<strong>Ursula Kurz</strong> bei einer Lesung in Schwerin
Ursula Kurz bei einer Lesung in Schwerin

So spricht MV - das geht nicht ohne Plattdeutsch. Und Plattdeutsch, das geht nicht ohne das Werk der niederdeutschen Dichterin Ursula Kurz aus Wittenburg (UKW), die heute ihren 90. Geburtstag feiern kann.

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24. Januar 2013, 06:33 Uhr

Wittenburg | So spricht MV - das geht nicht ohne Plattdeutsch. Und Plattdeutsch, das geht nicht ohne das Werk der niederdeutschen Dichterin Ursula Kurz aus Wittenburg, die heute ihren 90. Geburtstag feiern kann. UKW - so lautet die liebevolle Abkürzung für Ursula Kurz aus Wittenburg - , die einmal über sich selbst geschrieben hatte, dass sie im Norden Deutschlands als echter Mecklenburger Büffel zur Welt gekommen sei, dem aber das dicke Fell fehlt. "Mein Name war immer kurz, ich war eine Koch, hatte als solche einen guten Riecher und ließ so leicht nichts anbrennen."

Bereits in der Schule begann UKW zu schreiben, schöne Geschichten, von denen ihre Leser allerdings nicht sonderlich begeistert gewesen sein sollen. Aber dennoch hat sich die gelernte Verwaltungsangestellte und spätere mithelfende Ehefrau in der Buchhandlung ihres Mannes Karl in Wittenburg nicht verdrießen lassen und immer weiter gedichtet. Lang ist die Zahl ihrer Veröffentlichungen wie "Heimatbiller" (1984) und "Heimatleiw" (1986) über "Plietsch möt ’n sin" (1998) und "Dor hett ’n Ul säten" (2010) bis zu ihrem jüngsten Band mit Gedichten "Ein Handvull Glück".

Schier unüberschaubar ist zudem die Zahl ihrer Veröffentlichungen in Anthologien bei Hinstorff in Rostock und in vielen anderen Verlagen sowie in Tageszeitungen und Zeitschriften. Und außerdem gibt es zahlreiche Vertonungen ihrer Texte - inzwischen sind es mehr als 300 - auf diversen CDs.

Ursula Kurz ist eine zu Recht mehrfach ausgezeichnete Dichterin. So wurde ihr 1998 der Johannes-Gillhoff-Preis verliehen, im darauffolgenden Jahr eine Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten, 2000 der Ehrenpreis ihrer Heimatstadt, 2007 eine Ehrenurkunde des Landkreises, und im vergangenen Jahr wurde sie für ihren Gedichtband "Ein Handvull Glück" mit dem Fritz-Reuter-Literaturpreis geehrt.

Seit vielen Jahren sei die Wittenburgerin Ursula Kurz eine über die Grenzen von Mecklenburg-Vorpommern hinaus bekannte und geschätzte Lyrikerin. Ihr Werk umfasse mehrere eigene Bücher, viele Veröffentlichungen in Anthologien und ungezählte Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften. Mit ihrem ausgezeichneten Plattdeutsch erzielte sie so eine Wirksamkeit, wie es wenigen Autoren in Mecklenburg-Vorpommern beschieden sei, erklärte die Jury in ihrer Begründung für diese Ehrung.

Was ist das Geheimnis dieser Wirksamkeit der Gedichte und Geschichten von Ursula Kurz? Einen Zipfel davon hatte Preisträger-Vorgänger Manfred Brümmer ins einer Laudation auf die Gillhoff-Preisträgerin des Jahres 1998 in Glaisin gelüftet: "Dat Uschi Kurz Dichterin worden is, liggt villicht an de Gene. So genau weiten wi ja ümmer noch nich, üm wecker Ecken sick de Talente so verarben daun. Jedenfalls güng dat in Ursula ehr künstlerische Ahenreig mit einen Grotunkel los. Dat wier nämlich de Bildhauer Prof. Wandschneider. Säker kann se dorüm so schöne Biller maken, twors mit Würd, äwer dat is männigmal sworer as mit ’n Meißel odder Pinsel."

Herzliche Gratulation, UKW 90,0, und allzeit ein Handvull Glück!

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