zur Navigation springen

Festspiele MV : Mit Trommelwirbel in die Festspielsaison

vom
Aus der Onlineredaktion

Alexej Gerassimez prägt den Konzertsommer. 131 Veranstaltungen an 83 Orten

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Er bearbeitet die Trommel nicht nur mit Sticks, Besen und Schlägeln, sondern auch mit der flachen Hand, der Faust und den Fingernägeln: Alexej Gerassimez ist ein Virtuose auf allen Arten von Schlaginstrumenten – und der aktuelle „Preisträger in Residence“ der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Vorstellung des diesjährigen Festspiel-Gesamtprogramms gestern im Schweriner NDR-Funkhaus spielte Gerassimez sogar auf einer Kunststoff-Wasserflasche. „Wenn ich etwas in die Hand bekomme, versuche ich, ihm einen Klang zu entlocken. Das mache ich, seit ich ein Baby war“, erzählte der 1987 in Essen geborene Musiker. Folgerichtig sind viele seiner Stücke Eigenkompositionen. Darüber hinaus reicht sein Repertoire von Klassik und Neuer Musik über Jazz bis zu Minimal Music. Insgesamt 24 Mal wird er in diesem Festspielsommer zu erleben sein, unter anderem im Rostocker Liebherr-Werk, in der Produktionshalle der Warener Metallguss GmbH und auf dem Forsthof sowie im Wald von Jasnitz.

Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein

Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein

Die Auswahl eines Percussionisten als Preisträger in Residence sei nicht ohne Risiko, so Festspiel-Intendant Dr. Markus Fein. Geiger, Cellisten oder Pianisten könnten auf ein breites, auch dem Publikum bekanntes Repertoire zurückgreifen. Ein solches Repertoire gebe es für das Schlagzeug nicht. Aber: „Wir wollen nicht an den Erfolgsrezepten von gestern kleben bleiben, sondern die Festspiele jedes Jahr ein Stück weit neu erfinden“, betonte der Intendant. Alexej Gerassimez sei zudem im Land bekannt, seit er zusammen mit seinem Bruder Nicolai 2006 im Rahmen der Festspiele den Nordmetall-Ensemblepreis gewonnen hatte. Das Interesse an ihm als Person sei immens – „auch, weil wir ihn über viele Jahre als Künstler aufgebaut haben“. Das, so Fein, sei generell eines der Erfolgsrezepte der Festspiele: aufgehende Sterne am Musikhimmel zu erkennen, zu begleiten – und auch dann in den Nordosten zu holen, wenn sie überwiegend auf internationalen Bühnen zu Hause seien. Dabei gelte immer: „In den großen Konzertsälen kann man die Künstler hören, bei uns kann man sie erleben“, so Markus Fein.

131 Konzerte an 83 Spielstätten stehen in diesem Sommer im Festspielprogramm. Julia Fischer, Daniel Müller-Schott, Daniel Hope, Alice Sara Ott, Mitsuko Uchida, Herbert Blomstedt, Gustavo Dudamel, Ute Lemper, Sky du Mont und Götz Alsmann gehören zu den namhaften Künstlern, die man hier hautnah erleben kann. Renommierte Klangkörper wie die Berliner Philharmoniker, das NDR Elbphilharmonie Orchester, das Columbian Youth Philharmonic Orchestra und die Wiener Sängerknaben haben ihr Kommen zugesagt.

An sechs Spielstätten sind die Festspiele erstmalig zu Gast, darunter sind das Liebherr-Werk in Rostock, die Dorfkirche in Krümmel und der Speicher in Salow. Auch im Programm gibt es viel Neues: Die Insel-Musik auf Rügen gehöre ebenso dazu wie der „Fokus Beethoven“ im Schloss Schwiessel, der Pavillon Mittelalter in Greifswald, Güstrow und Zarrentin sowie dass neue Kinder- und Jugendprogramm „Mäck & Pomm“.

Karten für einzelne Veranstaltungen sind bereits seit November erhältlich – „und gefragter als in den Vorjahren“, so Markus Fein. Mit Ausnahme der beiden Konzerte zur Einweihung der neuen Orgel in der Neubrandenburger Konzertkirche sei aber noch keine Veranstaltung ausverkauft.

 

Leserkonzert  in Hasenwinkel
Auch  in diesem Jahr  gehört  wieder  ein  NNN-Lesertag zum  Programm  der  Festspiele  Mecklenburg-Vorpommern. Am   Sonntag,  13. August,  erklingen  ab   16  Uhr unter   dem Titel  „Figaros  Hochzeit“  im Schlosspark Hasenwinkel Hochzeitsmusiken von Mozart  bis  Klezmer.  Gestaltet  wird  das  Open-Air    von der  jungen norddeutschen  philharmonie unter der Leitung von Jonathan Stockhammer,  der  Sopranistin Olena Tokar und  dem Klarinettisten David Orlowsky. Abonnenten  unserer  Zeitung  bekommen beim Ticketkauf in  einer  unserer  Geschäftsstellen einen Rabatt  von 30  Prozent  auf  maximal  zwei  Eintrittskarten.  Exklusiv  für  sie wird  es  ein Gespräch  mit   Künstlern,  der  Festspielleitung  und  der Chefredaktion geben. Der  Schlosspark  Hasenwinkel  öffnet  am  13. August  bereits  um  14 Uhr für  ein  Picknick. Abonnenten bekommen auf ihre Eintrittskarten Kaffee und  Kuchen.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen