Winter in MV : Mit Technik gegen das Eis

Am VolksbadWaren an der Müritz werden die mehr als 20 Zentimeter dicken Blöcke unter das Eis geschoben.
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Am VolksbadWaren an der Müritz werden die mehr als 20 Zentimeter dicken Blöcke unter das Eis geschoben.

Eisbrecher in vorpommerschen Küstengewässern im Einsatz, Stege an Müritz vorsorglich freigesägt

svz.de von
04. März 2018, 09:00 Uhr

Wegen des anhaltend starken Frosts hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund (WSA) erste Eisbrecher im Einsatz. Der Tonnenleger „Görmitz“ breche das Eis im Bereich des nördlichen Peenestroms. Die „Arkona“ sollte gestern den Hafen Stralsund über die Ostansteuerung verlassen und bei der Ausfahrt auf die Ostsee das Eis im Strelasund und im Greifswalder Bodden brechen, wie ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes sagte. „Die Situation hat sich zugespitzt, ist aber nicht dramatisch.“ Erste Bereiche der pommerschen Küstengewässer wie das Haff und der südliche Peenestrom wurden für die Tagesschifffahrt gesperrt. Dort sei das Eis inzwischen bis zu 30 Zentimeter stark. Schiffe ohne Eisklasse dürfen dort ab sofort nicht mehr verkehren. Zuvor hatte das WSA bereits ein Nachtfahrverbot für Ansteuerungen nach Stralsund, Greifswald und Vierow sowie im nördlichen Peenestrom ausgesprochen. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Waren auch in diesem Winter wieder das Eis der Müritz aufsägen lassen.

Die Reederei Hiddensee stellt heute auf den Eisfahrplan um. Bis sich die Lage entspanne, werde auf dem „söten länneken“ nur noch der Hafen Vitte angefahren, nicht aber die Häfen Kloster und Neuendorf, teilte die Reederei mit. Auch die Abfahrtszeiten würden reduziert.

Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie bleibt es auch in den kommenden Tagen frostig, so dass sich weiter Neueis bilden wird. Erst ab Montag werden die Tagestemperaturen langsam in den Plusbereich steigen.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt rechnet damit, dass sich das Eis noch bis zu zwei Wochen in den Küstengewässern hält. Derzeit werde der Eisbrecher „Görmitz“ auf den Einsatz im Schichtbetrieb vorbereitet.

Schiffe ohne Eisklasse dürfen auf den pommerschen Küstengewässern ab sofort nicht mehr verkehren. In dieser Woche hatte das WSA bereits für die Ansteuerungen nach Stralsund, Greifswald und Vierow sowie im nördlichen Peenestrom ein Nachtfahrverbot ausgesprochen.

Mitarbeiter des Warener Stadtbauhofs haben gestern bei Sonne und minus zehn Grad Steganlagen vom enormen Eisdruck befreit. Mit einer Spezialmotorsäge wurden unter anderem am Volksbad an der Müritz breite Rinnen ins Eis gesägt und die Schollen mit Enterhaken seitlich unter die Eisdecke geschoben. „Damit sollen die Anlagen vor den Schubkräften geschützt werden, die beim Tauen entstehen“, sagte Jörg Felgner vom Stadtbauhof. Der klirrende Frost hat die Binnenmüritz zufrieren lassen. Auf der Außenmüritz entstand breites Randeis mit bis zu 20 Zentimetern Stärke. In Rostock verursachten die eisigen Temperaturen einen weiteren Wasserrohbruch samt Straßensperrungen. Die Reparaturen sollen bis Montag abgeschlossen sein.

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