Mit Sicherheit gut

svz.de von
19. März 2013, 08:19 Uhr

Kompliment. Pünktlich im ersten Quartal des neuen Jahres legt das Landeskriminalamt die Auswertung des gesamten Kriminalitätsgeschehens im Land für 2012 vor. Selbstverständlich ist diese Pünktlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern nicht. Beispielsweise brauchte der ebenfalls zum Schweriner Innenministerium gehörende Verfassungsschutz zuletzt geschlagene neun Monate bis Anfang Oktober 2012 der Jahresbericht für 2011 präsentieren werden konnte. Danach mussten Textpassagen geschwärzt werden, weil ihre Richtigkeit in Zweifel gezogen worden war. Ein Armutszeugnis.

Dagen bietet das Zahlen- und Analysewerk des Landeskriminalamtes fast durchweg Positives. Die Zahl der gemeldeten Straftaten war 2012 so niedrig wie seit 1991 nicht mehr. Damals begann man in Mecklenburg-Vorpommern, die Kriminalitätsstatistik nach vergleichbaren bundeseinheitlichen und wissenschaftlichen Kriterien zu führen. Auch in Einzelbereichen wie Diebstahl, Gewaltkriminalität oder Vermögens- und Fälschungsdelikte sanken die Fallzahlen. Mehr Sicherheit ist gerade für ein Tourismusland wie Mecklenburg-Vorpommer auch ein Wirtschaftsfaktor. Bedenkt man zudem, dass seit 2002 insgesamt 1000 von 6000 Polizeistellen gestrichen wurden, nötigt diese Leistung Respekt ab. Aber auch bestehende und künftige Baustellen werden durch die Kriminalitätsstatistik sichtbar.

So steigt die Internet- und Computerkriminalität seit Jahren und verlangt effizientere Strukturen zur Bekämpfung. Beispielsweise türmen sich in der erst im vergangenen Jahr eingerichteten Schwerpunkt staatsanwaltschaft "Cybercrime" mehr als 1800 Verfahren. Die drei Staatsanwälte sind hoffnungslos überfordert. Insgesamt ist das Bild der Kriminalitätsstatistik zwar positiv. Allerding gibt es kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen