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Grand Hotel Heiligendamm : Mit schwarzen Zahlen auf Investorensuche

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Der neue Direktor des Grand Hotels in Heiligendamm will so schnell wie möglich wieder schwarze Zahlen schreiben. Es gehe nun darum, den Betrieb sicher aufzustellen, um das Interesse potenzieller Investoren zu steigern.

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2012 | 07:35 Uhr

Heiligendamm | Es ist Hochsommer - vor der Kulisse der Ostsee in Heiligendamm dreht das ZDF, Ende des Jahres wird das Grand Hotel in einem abendfüllenden Spielfilm vor großem Publikum zu sehen sein. Aufmerksamkeit und positive Schlagzeilen braucht das Grand Hotel dringend. Die Ende Februar bekannt gewordene Insolvenz der Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG von Investor Anno August Jagdfeld hat dem Hotelbetrieb geschadet, die Zahl der Buchungen ging zurück.

"Wir können zur Zeit eine gute Buchungslage verzeichnen", sagt Hotelchef Holger König. Der 41-Jährige ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Er kennt das Hotel seit der Eröffnung im Jahr 2003 und leitete es bereits von 2009 bis 2011. König ist angetreten, das Hotel nach 2010 erneut zu konsolidieren. "Es geht darum, den Betrieb sicher aufzustellen, um so das Interesse potenzieller Investoren zu steigern."

Unterdessen geht die Suche nach diesen Investoren in Ruhe voran, wie es aus dem Umfeld des Insolvenzverwalters Jörg Zumbaum hieß. Es gebe gute Gespräche mit internationalen und nationalen Bewerbern.

Details würden jedoch nicht bekanntgegeben. Dennoch macht sich vorsichtig Optimismus breit - auch beim Wirtschaftsministerium. "Die Qualität der bisher geführten Gespräche ist vielversprechend", sagt Ministeriumssprecher Gerd Lange.

Um die Wirtschaftlichkeit des Grand Hotels zu erhöhen und gleichzeitig die Qualität zu steigern, wurde die Zahl der vermietbaren Zimmer und Suiten von 222 auf 179 reduziert. Es bleibe dabei, dass das Grand Hotel den Anspruch eines "Fünf-Sterne-Plus-Hauses" hat, betont König. Auch das italienische Restaurant am Ende der so genannten Perlenkette - sieben leer stehende Villen entlang des Ostseestrandes - wurde vorübergehend geschlossen. Das erste Haus der Kette, die Villa Perle, wird derzeit wiederaufgebaut, im Oktober soll laut Planung die Eröffnung gefeiert werden. Die anderen Villen müssen noch restauriert beziehungsweise abgerissen und dann wiederaufgebaut werden.

Auf gutem Weg scheinen die Gespräche zwischen dem Hotel und der Stadt Bad Doberan beim jahrelangen Streit um die Öffnung des Hotelgeländes für Nicht-Hotelgäste zu sein. Dies hatte Jagdfeld strikt abgelehnt, er fürchtete um die Exklusivität der Anlage und dass sich die Gäste von Besuchern beim "Gehen-wir-Reiche-gucken" belästigt fühlen könnten. Schon jetzt haben Patienten der benachbarten Median-Klinik das Recht, das Hotelgelände zu passieren, um an die Strandpromenade zu gelangen. "Wir sind da deutlich kooperativer als früher", sagt König. "Wir wollen auch die Besucher haben, die sich über eine gute Tasse Kaffee freuen." Die positive Einschätzung wird auch von Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos) bestätigt. Es müsse eine Verbindung zwischen dem Bahnhof und dem Strand geben, betont er mit Blick auf die Gespräche zwischen Hotel und Stadtvertreterversammlung.

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