Mit Pferdestärken zur Straußenfarm

Mit Pferdestärken übers Land: Jahrelange SVZ-Leser unternahmen gestern einen Ausflug zur Straußenfarm als Dankeschön.
Mit Pferdestärken übers Land: Jahrelange SVZ-Leser unternahmen gestern einen Ausflug zur Straußenfarm als Dankeschön.

svz.de von
07. Juni 2012, 05:47 Uhr

Lübz/Riederfelde | Das Getrappel der Hufen war schon zu hören. Der Duft der Pferde hing am gestrigen Tag in der Lübzer Luft. Mit zwei Pferdestärken ging es über die Straßen von Lübz, Bobzin und Riederfelde. Die Straußenfarm als Ziel steuerten die Kutscher an. Mit dabei waren zahlreiche langjährige Leser unserer Zeitung. Der Ausflug mit der Kutsche ist ein Dankeschön für die jahrzehntelange Treue, denn einige von ihnen lesen schon mehr als 50 Jahre die Schweriner Volkszeitung. Dafür bedankte sich auch SVZ-Geschäftstellenleiterin Nicole Boldt herzlich bei den Teilnehmern der Kutschfahrt.

Es ist eine lustige Truppe an diesem Tag - mit viel Spaß und guter Laune ließen sich unsere Leser nicht lange bitten und bestiegen die beiden Kutschen, die Familie Botschatzke nach Riederfelde zur Straußenfarm lenkte. Diese Leser wissen jeden Tag, was in ihrer Umgebung und Region geschieht. Denn sie sind es, die seit den 50er oder 60er Jahren die SVZ jeden Tag lesen. Doch Unterschiede gibt es dennoch. "Ich lese als Erstes den Politik-Teil", erzählt Renate Fahsel aus Lübz. Zusammen mit ihrem Mann Reinhold hat sie die Zeitung seit 1963 abonniert. Aber warum gerade der Politik-Teil zuerst? "Da kann ich mich so schön aufregen drüber, was die Politiker alles so verzapfen", erklärt die Lübzerin. Ursprünglich kommen die beiden aus dem Erzgebirge, doch beim Singen des Mecklenburger Liedes ist Renate Fahsel stimmgewältig mit dabei, schließlich singt sie seit vielen Jahren im Chor - und Mecklenburg ist seit vielen, vielen Jahren ihre Heimat.

Die Mehrheit der SVZ-Leser aber beginnt die Tageszeitung mit der Kreisseite. "Ich muss doch wissen, was hier in der Region los ist", erzählt Elli Ohm. Sie hatte sich besonders auf diesen Ausflug gefreut. Obwohl sie schon jahrzehntelang in Lübz lebt, besuchte sie noch nie die Straußenfarm in Riederfelde. Gudrun Harke war sich aber noch nicht sicher, ob sie mitfahren solle. "Als ich aber gehört habe, wer alles mitkommt, habe ich mir gesagt: ,Da musst du auch mit."

Warm eingepackt führte die Reise mit der Kutsche durch einen Wald über Bobzin nach Riederfelde. Hier und da wurden Bekannte gegrüßt. Und immer wieder das ein oder andere Lied angestimmt. An der Straußenfarm aber angekommen, kamen die SVZ-Leser nicht mehr aus dem Staunen heraus. Auf rund 18 Hektar verteilen sich mehrere Gehege für die großen Laufvögel. "Wir haben derzeit 150 Strauße", erklärte Straußenfarm-Besitzerin Monika Helfrich. Doch in der kommenden Woche soll der Bestand aufgestockt werden. Denn die Nachfrage nach Straußenfleisch steigt stetig an. "Wir bekommen nächste Woche 80 Küken noch dazu", so Monika Helfrich weiter. Obwohl die Tiere sehr neugierig und zutraulich sind, trauten sie sich zu Beginn nicht an die Besucher heran. Doch Straußenfarm-Besitzerin Monika Helfrich hatte eine Erklärung parat: "Normalerweise fahren wir nicht mit Autos oder einer Kutsche hier zu den Tieren. Das passiert alles zu Fuß und Pferde kennen sie ebenfalls nicht." Hinzu kommt auch, dass der Strauß ein Fluchttier ist. Wenn ihm Gefahr drohe, laufe er schnell weg - und das mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde, auch auf langer Strecke. "Mehr als eine halbe Stunde hält der Vogel dieses Tempo", so Helfrich weiter. Mit einem Gerücht allerdings konnte die Straußen-Expertin aufräumen. "Der Strauß steckt niemals den Kopf in den Sand, dafür sind seine schönen Augen auch viel zu empfindlich". Es sehe lediglich ab und zu mal so aus, weil der Laufvogel vor allem am Boden nach Nahrung suche. Mit einem gemütlichen Picknick vor dem Hofladen klang der gestrige Ausflug dann aus. Zurück nach Lübz ging es ebenfalls mit der Kutsche. Doch dieses Mal über die Straße und nicht durch den Wald. Wer an diesem Ausflug nicht teilnehmen konnte, möge ja nicht den Kopf in den Sand stecken, denn die SVZ wird diese Reihe fortführen, um sich auf diesem Wege bei ihren treuen Lesern zu bedanken.


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