46. Kreuzerfernwettfahrt für Segler : Mit Paddeln und Muskeln zum Sieg

Rund 40 Boote beteiligten sich im vergangenen Jahr an der traditionsreichen Kreuzerfernwettfahrt. privat
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Rund 40 Boote beteiligten sich im vergangenen Jahr an der traditionsreichen Kreuzerfernwettfahrt. privat

Es sind 150 Meter, die Sonntag bei der 46. Kreuzerfernwettfahrt der Segler in Schwerin über alles entscheiden können: über verlorene Sekunden oder gewonnene, über trockene oder nasse Füße - und über Sieg oder Niederlage.

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22. September 2012, 04:07 Uhr

Schwerin | Es sind 150 Meter, die bei der 46. Kreuzerfernwettfahrt der Segler in Schwerin am Sonntag über alles entscheiden können: über verlorene Sekunden oder gewonnene, über trockene oder nasse Füße - und nicht zuletzt über Sieg oder Niederlage. Denn die eigentliche Herausforderung der traditionsreichen Regatta liegt am Paulsdamm, der den Innensee des Schweriner Sees vom Außensee trennt. Auf 150 Metern müssen die Crews bei der Passage des Verbindungskanals ihre Masten umlegen, um die Bundesstraße, die über den Paulsdamm führt, zu unterqueren.

Und: Auf 150 Metern müssen sie ihre Boote damit mal ganz ohne Wind- und ausschließlich mit Muskelkraft fortbewegen. Denn am Paulsdamm heißt es paddeln. "Das ist der eigentliche Wettkampf", sagt Detlef Huss. Und für den hat sich der Schweriner Segler bereits gut vorbereitet: "Ich segle bei dieser Regatta immer mit einer insgesamt vierköpfigen Crew", sagt Huss. Der Grund: Ein Besatzungsmitglied muss ihm helfen, den Mast umzulegen und nach der Passage wieder aufzurichten. "Die Boote sind zwar heute alle so gebaut, dass man den Mast ganz schnell legen kann. Aber da ich den Mast immer mit Segel lege, erfordert das einfach viel Kraft", erklärt Segler Huss. Die anderen beiden Besatzungsmitglieder müssten in der Zwischenzeit paddeln, paddeln, paddeln. "Denn das Boot darf nicht zum Stillstand kommen, es muss immer weiterlaufen", sagt Detlef Huss.

Er weiß genau, wovon er redet: Seit 1969 segelt er jedes Jahr bei der Fernwettfahrt mit. "Einmal, ich glaube 1972, ist die Regatta wegen Sturm ausgefallen. Aber sonst war ich jedes Jahr dabei", sagt der Schweriner. Jedes Jahr, wohlgemerkt, mit einer anderen Crew. "Es macht mir einfach Freude, fremden Leuten den See zu zeigen", sagt Huss. Und den Zuschauern mache es Freude, den Seglern einmal beim Nicht-Segeln zuzuschauen. "Manchmal stehen da 150 Leute auf dem Damm. Die freuen sich unheimlich, wenn ein Paddel bricht, der Mast anstößt, einer ins Wasser fällt oder einem ausgerechnet an dieser Stelle ein Dampfer entgegen kommt", berichtet der passionierte Segler. Dass das Publikum eine solche Regatta, die eigentlich fernab des Ufers mitten auf dem See stattfänden, einmal hautnah miterleben könnte, sei der Reiz dieser traditionellen Fernwettfahrt, sagt auch Dr. Reiner Pohl vom Schweriner Segler-Verein, der die Veranstaltung für Jollenkreuzer und Kielbootsegler ausrichtet. "Am Paulsdamm werden die Segler richtig angefeuert", sagt er. Weitere Besonderheit der Kreuzerfernwettfahrt sei aber auch die weite Strecke, die zurückgelegt werde, insgesamt rund 45 Kilometer. Bei anderen Regatten sind es deutlich weniger: "In der Regel unter zehn Kilometern", so Pohl.

Dabei segeln die Teilnehmer auf zwei Kursen: Die leichter zu paddelnden Jollenkreuzer segeln vom Gelände des Segler-Vereins am Innensee nach Norden durch den Paulsdamm in den Schweriner Außensee zur Insel Lieps. Nach deren Umrundung geht es zurück zum Vereinsgelände. Der Kurs der Kielbootmannschaften indes beschränkt sich auf den Innensee: Er führt in mehreren Schleifen zum Nordufer des Sees, um die Inseln Ziegel- und Kaninchenwerder herum und zum Vereinsgelände zurück. Bewertet, erklärt Pohl, werde die Schnelligkeit der teilnehmenden Boote. Der Startschuss für die Regatta fällt um 9.30 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.segeln-in-schwerin.de.

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