Mit krimineller Energie

svz.de von
01. März 2013, 08:28 Uhr

Etikettenschwindel mit Pferdefleisch, Bio-Betrug bei Hühnereiern und jetzt einmal mehr giftiges Tierfutter - jede Woche ein neuer Skandal in der Landwirtschaft. Diesmal geht es um krebserregenden Schimmel, der im Mais gefunden worden ist, mit dem Rinder, Schweine und Geflügel auf 3500 deutschen Höfen gefüttert worden sein sollen. So ärgerlich für die Verbraucher die Täuschungen mit Pferd und Ei sind, so scheint zumindest keine gesundheitliche Gefahr bestanden zu haben. Im Fall des Gift-Futters könnte dies anders sein. Womöglich sind Spuren des gefährlichen Schimmels in die Nahrungskette gelangt. Das genaue Ausmaß dieses Skandals lässt sich noch gar nicht absehen. Glaubt man den bisherigen Ermittlungen, sind Bio-Höfe nicht betroffen. Wieder einmal die Futtermittelindustrie! Erst vor zwei Jahren war nach dem Dioxin-Skandal der Ruf nach Konsequenzen gegen die Schwarzen Schafe laut geworden. Doch die Lücken im Kontroll- und Überwachungssystem scheinen weiterhin groß zu sein. Dreisten und skrupellosen Händlern, die mit krimineller Energie versuchen, maximalen Gewinn zu machen, muss endlich das Handwerk gelegt werden. Vor allem aber gilt es, das Kontrollsystem deutlich zu verbessern. Brüssel, Bund und Länder sollten sich nicht mit gegenseitiger Schuldzuweisung belasten, sondern entschlossen an einem Strang ziehen. Schließlich ist es auch an den Verbrauchern, zu prüfen, ob und wie sie durch bewusstere Auswahl beim Kauf von Lebensmitteln auch einen Beitrag gegen Nepp und Betrug leisten können.

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