Hinter die Kulissen geschaut : Mit Kopf und Händen

Organisieren, Dokumentieren und Abrechnen gehören zu den Aufgaben von „Facility Manager“ Mario Baaske.
Organisieren, Dokumentieren und Abrechnen gehören zu den Aufgaben von „Facility Manager“ Mario Baaske.

Mehr als Lampen austauschen und Türen ölen: Als „Facility Manager“ ist Mario Baaske für ein 20-köpfiges Team verantwortlich

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01. März 2016, 12:00 Uhr

Die Arbeit hängt an der „heiligen Magnettafel“, und die ist fast breiter als der Schreibtisch von Mario Baaske. Darauf sind alle Schichten, Aufgaben, Vertretungen, Urlaube und sogar Geburtstage notiert. Baaske ist seit 13 Jahren der oberste Hausmeister an der Universitätsmedizin Rostock. Gelernter Kfz-Mechaniker, dazu Fliesenlegermeister – ein Handwerks-Allrounder, der inzwischen immer mehr mit dem Kopf statt mit den Händen arbeitet.

Denn im neudeutschen Begriff „Facility Manager“ steckt etwas Wahres: Baaske muss tatsächlich managen, organisieren, dokumentieren, abrechnen. Er verteilt die Arbeit auf seine 20 Mitarbeiter. Sie haben Werkstatt, Büro und Aufenthaltsraum in den Katakomben des Zentrums für Innere Medizin. Aber auch für die acht anderen Standorte der Uni-Medizin in Rostock und Bad Doberan sind Baaskes Männer verantwortlich. Jeder hat seinen Bereich, in dem er sich auskennt – ob Kinderklinik, Anatomie, Strahlenklinik, Orthopädie oder Forschungslabors.

„Aber ich verlange von allen, dass sie überall einsetzbar sind“, sagt der Chef. „Denn wir arbeiten oft auch in Rotation.“ Der Fokus liegt auf der Logistik. Sämtlicher Müll muss entsorgt werden: chemische und infektiöse Abfälle, Sperrmüll, Pappe, Schrott, Hausmüll. Zu bestimmten Zeiten müssen volle Container abgeholt, leere bereitgestellt werden – auch an den Wochenenden.

„Gerade hier auf dem Campus Schillingallee sind täglich tausende Menschen unterwegs: Patienten, medizinisches Personal, Besucher, Studenten“, sagt Baaske. „Es ist der größte Bereich mit den meisten Betten – und wo viel Bewegung ist, fällt auch viel Dreck an.“ Jeden einzelnen Tag ist ein Kollege mit dem Elektrokarren unterwegs, nur um Papierkörbe und Aschenbecher zu leeren. Auch der Außenbereich muss sauber gehalten werden. Auf der täglichen Aufgabenliste findet sich die Belieferung der Abteilungen mit Verbrauchsmaterialien, Apothekenware und Medizinprodukten. Neue Betten und Matratzen werden eingelagert oder verteilt.

Im Fuhrpark der Hausmeister stehen mehr als 20 Geräte vom Transporter über Gabelstapler und Anhänger bis hin zu den Rasenmähern – auch sie alle müssen nicht nur benutzt, sondern auch gewartet und gepflegt werden. Die Zusammenarbeit mit Elektrikern, Klempnern und Gärtnern ist zu organisieren. Und manchmal wird einfach nur eine Glühlampe ausgetauscht, eine Tür geölt oder ein Bild aufgehängt. Ohne die guten Geister aus dem Sachbereich Hausmeisterservice würde der Klinikbetrieb einbrechen.

Mario Baaske könnte leicht noch mehr Leute mit Arbeit versorgen. Es gibt immer wieder Bufdis, also junge Männer im Bundesfreiwilligendienst – „aber längst nicht genug“, sagt er. Also hängt alles von einem tragfähigen Plan ab, der auch auf die schwerbehinderten Kollegen Rücksicht nimmt oder auf zwei ältere, denen nicht mehr jede Arbeit zuzumuten ist. „Mit 64 kann man nicht mehr so leicht einen Schrank aus dem 3. Stock entsorgen“, weiß der Chef. „Hausmeister – das ist manchmal eine stressige, aber auch eine dankbare Arbeit. Man muss flexibel sein, vieles können. Und bekommt oft positive Reaktionen von den Leuten, denen man schnell helfen und die man zufrieden stellen konnte.“ Es ist viel zu tun, aber er achtet darauf, dass seine Mitarbeiter einigermaßen pünktlich Feierabend machen können. Denn auch am nächsten Tag stehen wieder viele Aufgaben an der „heiligen Magnettafel“.

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