Landgericht Neubrandenburg : Mit Harpune geschossen

Die Tatwaffe
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Die Tatwaffe

Bewährungsstrafe für 18-Jährigen / Opfer Schmerzensgeld zuerkannt

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07. September 2015, 21:00 Uhr

Das Landgericht Neubrandenburg hat den Harpunenschützen von Stavenhagen wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und elf Monaten Jugendstrafe verurteilt. Die Strafe werde zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt, außerdem müsse der 18-Jährige an das Opfer 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen, sagte Richter Henning Kolf gestern. Der Verurteilte hatte vor Gericht gestanden, einen 25-Jährigen mit der Harpune beschossen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Der Ältere habe ihn aber zuerst angegriffen. „Der Geschädigte hatte erhebliche Mitschuld“, sagte Kolf dazu.

Der Vorfall ereignete sich am 30. April abends in Stavenhagen auf offener Straße. Der 18-Jährige und ein 21-Jähriger aus Demmin lagen wegen einer Freundin schon länger im Streit. Nach Gewaltdrohungen im Internetchat hatte man sich verabredet, „um die Sache zu klären“. Der 18-Jährige nahm eine gespannte Harpune und eine Softairwaffe mit, der Nebenbuhler kam mit dem Auto und seinem 25 Jahre alten Bruder. „Der 21-Jährige steuerte den Transporter auf den Fußweg, um den 18-Jährigen zu stoppen“, sagte Staatsanwalt Andreas Gentz. Danach sei der 25-Jährige auf den 18-Jährigen zugelaufen und habe ihn geschlagen. Da feuerte der Verurteilte die Harpune auf den Angreifer ab. Der 75 Zentimeter lange Pfeil traf den Hals des Opfers und blieb stecken. „Der Geschädigte wurde notoperiert und hat mit sehr viel Glück überlebt, leidet aber noch an psychischen Folgen“, erklärte seine Nebenkläger-Anwältin Frauke Nickelsen.

Der Schütze flüchtete damals, konnte aber unweit des Tatortes festgenommen werden. Der ehemalige Förderschüler saß seit Mai in Untersuchungshaft. „Ich hoffe, dass wird Ihnen eine Lehre sein“, erklärte Kolf, der den Haftbefehl jetzt aufhob.

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