Drogenprozess : Mit fünf Kilo Marihuana erwischt

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Bei einer Routinekontrolle in einem Schnellzug nehmen Zöllner zwei Drogendealer fest – nun stehen die Tatverdächtigen vor Gericht

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10. August 2015, 21:00 Uhr

Am Schweriner Landgericht hat gestern der Prozess gegen zwei 27 und 28 Jahre alte Männer aus Schwerin und Grabow begonnen, die im Februar bei einer Beschaffungsfahrt mit etwa fünf Kilogramm Marihuana erwischt und festgenommen worden waren. Neben den Drogen führten die Männer auch Sprühflaschen mit Reizgas bei sich.

Den Angeklagten, die mit Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt wurden, wird unerlaubter Besitz und Handel mit Rauschgift in großer Menge vorgeworfen. Den Ermittlungen zufolge hatte der vorbestrafte Mann aus Schwerin regelmäßig Drogen bezogen, um sie in der Region südlich von Schwerin zu verkaufen. Insgesamt elf Straftaten werden ihm zur Last gelegt.

Der 28-jährige Schweriner ließ zu Prozessbeginn über seinen Anwalt ausrichten, weder zur Person noch zu den Tatvorwürfen aussagen zu wollen. „Er kann nichts Gutes berichten über seine Kindheit“, sagte der Anwalt, nachdem der Richter den Angeklagten ermuntert hatte, seinen Werdegang zu schildern, um auch die Taten besser einordnen zu können.

Dagegen gab der 27-Jährige, der nach eigenen Angaben zwar Drogen konsumiert aber nie damit gedealt hat, bereitwillig Auskunft. Behütet aufgewachsen in dörflicher Umgebung, sei er schon mit 13 Jahren erstmals mit Drogen in Berührung gekommen. Der tägliche Konsum habe sich über die Jahre von zunächst einem bis dann zu etwa fünf Gramm Marihuana pro Tag gesteigert. Nach einem eher mäßigen Abitur schloss der junge Mann nach eigenen Angaben eine Metallarbeiter-Lehre „mit Auszeichnung“ ab und erhielt danach sofort eine Festanstellung.

Mehrere Versuche, sich von den Drogen loszusagen, seien gescheitert. Weil sein Verdienst nicht für die täglichen Joints reichte, habe er einen Kredit aufgenommen und stehe nun noch mit etwa 9000 Euro in der Schuld, erzählte er weiter. Dem Mann droht ein weiteres Verfahren, weil er nach seiner zwischenzeitlichen Entlassung aus der Untersuchungshaft erneut mit Drogen erwischt wurde. Seit Anfang Juli sitzt er wieder in Haft. Weshalb er im Februar mit im Zug saß, blieb zunächst offen.

Nach der Festnahme der beiden Männer im ICE Hamburg-Berlin waren die Ermittlungen deutlich ausgedehnt worden. Im Mai wurden in einem Waldstück bei Ludwigslust weitere fünf Kilogramm Marihuana und 800 Gramm Amphetamin sichergestellt. Anfang Juli kam es dann im Landkreis Ludwigslust-Parchim zu einer groß angelegten Razzia mit 65 Zollbeamten. Dabei waren sechs mutmaßliche Drogendealer gefasst worden, von denen vier in Untersuchungshaft kamen. Darunter war auch der 27-jährige Schweriner. Insgesamt stellten die Beamten etwa 10,5 Kilogramm Marihuana und 1,5 Kilo Amphetamin sicher. Der Straßenverkaufswert beträgt nach Angaben des Zolls rund 170 000 Euro.

Für den Prozess sind bis zum 9. September bislang noch sieben Verhandlungstage anberaumt.

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