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Zweiter Jahrestag der Massenkarambolage auf A19 : Mit Frühjahr wächst Gefahr von Staubstürmen

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Zwei Jahre nach dem verheerenden Massenunfall auf der A19 mit acht Todesopfern in einem Staubsturm hat die Umweltorganisation BUND ihre Forderung nach mehr Hecken an MVs großen Feldern bekräftigt.

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erstellt am 08.Apr.2013 | 09:35 Uhr

Schwerin | Zwei Jahre nach dem verheerenden Massenunfall auf der A19 mit acht Todesopfern in einem Staubsturm hat die Umweltorganisation BUND ihre Forderung nach mehr Hecken an Mecklenburg-Vorpommerns großen Feldern bekräftigt. Auch müssten die Agrarbetriebe bei der Bewirtschaftung ihrer Felder mehr gegen die Bodenerosion tun, sagte der Landwirtschaftsexperte der Organisation, Burkhard Roloff.

"Die Ursache des sogenannten Sandsturmes vor zwei Jahren ist die enorme Wind- und Bodenerosion auf den fast ausgeräumten, riesigen Feldern von Mecklenburg-Vorpommern." Bis 1991 seien zwei Drittel aller Feldhecken verschwunden, so dass im Frühjahr der Wind die feinen Bestandteile der Böden und im Winter an denselben Stellen den Schnee durch die Luft wirbele. "Wir fordern das Land auf, an der Unfallstelle und auf allen erosionsgefährdeten Flächen ein Feldhecken-Programm aufzulegen."

In den vergangenen zwei Jahren habe sich beim Thema Feldhecken nichts getan, kritisierte Roloff. Dabei sei bekannt, dass 25 Prozent der Böden im Land stark und weitere 35 Prozent mittelstark erosionsgefährdet seien. Immer wieder kommt es bei Frühjahrstrockenheit in Mecklenburg-Vorpommern zu Staubstürmen, wenn der Wind Erdteilchen von den noch kahlen Feldern aufwirbelt.

Als Agrarumweltmaßnahme sollten die Anlage und Pflege von mehrreihigen Feldhecken aus Bäumen und Sträuchern vom Land gefördert werden, schlug Roloff vor. "Solche 10 bis 15 Meter breiten Feldhecken quer zur Hauptwindrichtung bieten einen nachhaltigen Schutz vor Wind- und Bodenerosion und sind außerdem bestens geeignet für wildlebende Tiere als Lebensraum." Zudem dürften die Felder im Winter nicht brachliegen, sondern müssten begrünt werden, etwa mit mehrjährigem Klee oder Ackerfutter.

Am 8. April 2011 krachten auf der A19 bei Rostock 83 Autos ineinander. Eine plötzliche Staubwolke von einem Feld hatte ihnen die Sicht genommen.

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