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Kavelstorfer Unternehmen ist international tätig : Mit einem Klick zum richtigen Pegel

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Ob sauberes Wasser im Irak, Windkraftanlagen in Indien und in Südkorea oder Solarparks, die Kavelstorfer Firma H&F Industries ist seit Jahren international und auf den größten Baustellen Deutschlands tätig.

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erstellt am 09.Apr.2013 | 10:41 Uhr

Kavelstorf/Schwerin | Ob sauberes Wasser im Irak, Windkraftanlagen in Indien und in Südkorea, gleich eine ganze Reihe von Solarparks auf der britischen Insel oder auch die Trinkwasserversorgung am neuen Berliner Flughafen, wenn er denn fertig wird - die Kavelstorfer Firma H&F Industries ist seit Jahren international und auf den größten Baustellen Deutschlands tätig.

Hoch im Norden ist H&F derzeit zum Beispiel auch damit befasst, die gesamte Elektro- und Steuerungstechnik für das Hauptpumpwerk der Kläranlage in Kiel zu erneuern.

Schalt- und Steueranlagen, die am Standort an der A 19 produziert werden, exportiert das Unternehmen bis nach China, den USA und Korea. Doch auch in Mecklenburg-Vorpommern sorgt das Unternehmen seit Jahren für Innovationen. So hat H&F für die Restaurierung der Drehbrücke in Malchow die gesamte Steuerungstechnik geliefert.

Und vor Jahren schon haben die Kavelstorfer ein System zur Pegel-Regelung der zahlreichen Schweriner Seen entwickelt. Das Verfahren hat sich bis heute etabliert.

Vor allem Hans Jammer-Lühr profitiert von diesem Regelungssystem. Der Mitarbeiter des Boden- und Wasserverbandes Schwerin ist für die Pegel der Schweriner Seen zweiter Ordnung zuständig. "Die Pegel müssen kontrolliert werden, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten", so Jammer-Lühr.

Was er früher mit der Hand und vor Ort an Schleusen persönlich erledigen musste, kann er nun mit einem Mausklick von seinem Büro aus steuern. Auf seinem Bildschirm werden ihm die aktuellen Pegelstände angezeigt, die er dann mit Hilfe von wenigen Handgriffen verändern kann. Die Pegelwerte sind vorgeschrieben. So darf zum Beispiel der Pegel am Wehr Püsselbeke - die Verbindung von Großer Ostorfer See und Fauler See - nicht höher als 39,35 Meter über Normalhöhe betragen.

Entwickelt wurde das Regelungssystem unter Mitarbeit von Ingenieur Thomas Keemß. Er übernahm die Projektleitung für die Hochwasserschutzmaßnahmen - diese sind vor allem für den Schlossgarten von Bedeutung. Ziel war es, die Durchgängigkeit im Entwässerungssystem vom Ostorfer See bis hin zum Burgsee herzustellen. "Knapp ein Jahr haben wir von den Planungen bis hin zur Umsetzung gebraucht", so der Ingenieur. Mit kilometerlangen Kabelverbindungen und per Funk werden die Signale an die einzelnen Schleusen übertragen. "Da war viel Spielerei nötig, denn das System ist teilweise sehr filigran", so Keemß.

Doch ganz ohne Anpacken geht es dann doch nicht. Regelmäßig muss Jammer-Lühr raus und vor Ort nachschauen, ob die Antriebe der Wehre noch voll funktionsfähig sind. "Das sind die Schwachstellen des ganzen Systems, denn die Antriebe können leicht verdrecken", sagt Kmeeß. Generell handle es sich um eine sehr sensible Automatik. Dennoch sei durch das Regelsystem der Hochwasserschutz in Schwerin wesentlich vereinfacht worden.

Die H&F Gruppe in Kavelstorf wurde 1991 mit drei Mitarbeitern gegründet. Heute sind dort mehr als 120 Ingenieure, Verfahrenstechniker und technische Mitarbeiter beschäftigt.

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