Steigende Besucherzahlen in Goldberg : Mit Drahtesel, Ross, Draisine Region erkunden

Hauptsache aktiv: Ein Urlaub in Mecklenburg verspricht viele Möglichkeiten – ob auf dem Drahtesel oder hoch zu Ross. Foto: dpa
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Hauptsache aktiv: Ein Urlaub in Mecklenburg verspricht viele Möglichkeiten – ob auf dem Drahtesel oder hoch zu Ross. Foto: dpa

Aufgereiht wie Perlen einer Kette stehen die Autos nebeneinander auf dem Parkplatz an der ehemaligen Damerow Kaserne in Karow. Hier sind Besucher, die in ihrem Urlaub auch gern sportlich aktiv sein wollen, richtig.

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26. Juli 2012, 12:06 Uhr

Goldberg/Karow | Aufgereiht wie Perlen einer Kette stehen die Autos nebeneinander auf dem Parkplatz an der ehemaligen Damerow Kaserne in Karow. Doch hier sind diejenigen Besucher, die in ihrem Urlaub auch gern sportlich aktiv sein wollen, richtig aufgehoben. In Reih und Glied stehen nämlich auch die Draisinen auf den Schienen und warten auf ihre Fahrer. Doch bevor es losgeht, gibt es eine Einweisung von Siegfried Arndt. "Zunächst brauche ich eure Karte", sagt der Draisinen-Einweiser mit einem Lächeln im Gesicht und schaut sich die Fahrkarte genau an: "Ihr wollt also auch ins Wasser fallen", ist sein Kommentar. Denn Familie Hirschfeld und Kopischke aus Potsdam haben eine Kombi-Tour gebucht: Draisine, Kanu, Fahrrad. Für jeden etwas dabei. Doch Ausgangspunkt ist immer die Draisine - ein Fahrrad auf Schienen.

Potsdam gegen Potsdam, Familie Hirschfeld gegen Familie Kopischke, Draisine eins gegen Draisine zwei - heißt es nach der Einweisung. Doch ein richtiges Wettrennen kommt dann doch nicht zustande. Schließlich müssen die beiden vierköpfigen Familien auf den Schienen hintereinander fahren. Ein Wettkampf soll es auch nicht werden, vielmehr ein schöner Ausflug durch die mecklenburgische Landschaft. Denn diese ist es, warum die Familien mehr als 160 Kilometer mit dem Auto gefahren sind, um in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub zu machen. "Seit eineinhalb Wochen sind wir jetzt hier", berichtet Lars Kopischke. Gemeinsam mit seiner Frau Bettina und seinen beiden Söhnen Eddi und Jannik hat der Potsdamer schon häufiger Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern gemacht. Zum ersten Mal in dieser Region aber sind Antje, Heino, Julia und Laura Hirschfeld. Einiges haben sie sich gemeinsam schon angesehen. "Wir waren in Malchow, im DDR-Museum, in Schwerin. Aber in den vergangenen Tagen haben wir gebadet. Egal ob es kalt oder warm war", erzählt Antje Hirschfeld, die vor allem von dem vielen Wasser in Mecklenburg begeistert ist.

Kurzurlauber kommen immer häufiger

Die beiden Familien sind einige von vielen, die immer wieder nach Mecklenburg kommen und Urlaub machen. Das hat auch Sebastian Rauer, Inhaber des Goldberger Strandhotels "Seelust", bemerkt. Denn der Hotelier kann für sein Haus direkt am Goldberger See gelegen sagen, dass die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind. "Unsere Region spricht für sich. Hier können die Gäste wandern, radfahren, schwimmen, surfen, reiten oder über die Seen fahren", zählt Sebastian Rauer die Vorteile auf. Im vergangenen Jahr lag seine Hotelauslastung bei 40 Prozent, rund 6200 Gäste buchten im Hotel "Seelust" ein Zimmer. In diesem Jahr liegt die Auslastung schon jetzt bei 40 Prozent. Im Juni dieses Jahres haben 3050 Gäste im Hotel in Goldberg übernachtet. Doch die Zahlen zeigen dem Hotelier auch, dass sich in den vergangenen Jahren etwas gewandelt hat. "Der Trend geht eher zu kurzfristigen Buchungen und die Reisen werden kürzer. Die Besucher teilen sich im Land auf und der Großteil der Touristen verbringt dann doch seinen Urlaub an der Küste", so Sebastian Rauer.

Natur-Museum beliebter Anlaufpunkt

Vom Wetter in den vergangenen vier Wochen unbeeindruckt waren ebenfalls viele Besucher Goldbergs. Museumsleiterin Roswitha Pich Lipinski kann nur zufrieden sein, denn ihre Besucherzahlen des Natur-Museums sprechen für sich. "Als es so geregnet hat, war unser Museum sehr gut besucht", erklärt Roswitha von Pich Lipinski. Auch sie ist zufrieden, denn in den vergangenen Jahren haben immer mehr Touristen den Weg ins Goldberger Natur-Museum gefunden. Vor vier Jahren schauten sich 609 Gäste das alte Fachwerkhaus und heutige Natur-Museum an. Schon in diesem Jahr hat die Einrichtung diese Besucherzahl geknackt. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Museum 1058 Besucher. Doch in der Einrichtung ist auch die Touristeninformation untergebracht. "Wir geben hier Touristen viel Auskunft. Also in dem Bereich haben wir im vergangenen Jahr locker das Doppelte an Besuchern gehabt", erklärt Roswitha von Pich Lipinski.

Ob die Familien Hirschfeld und Kopischke sich auch noch einen Abstecher ins Natur-Museum gönnten, stand noch nicht fest. Zunächst musste kräftig in die Pedale getreten werden, damit sie pünktlich in Goldberg ankamen. Denn dort wartete der Busservice auf die Potsdamer. Nach Dobbertin sollte es gehen. Und dort stand das nächste Gefährt für die Urlauber bereit: das Kanu. Vielleicht ist es dann doch noch zu einem Wett rennen zwischen den Hirschfelds und den Kopischkes gekommen - in einem Kanu auf dem Dobbertiner See hieß es dann: Potsdam gegen Potsdam, Hirschfeld gegen Kopischke.


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