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Report : Mit der Familie am Strand: unbezahlbar?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was kostet ein Tag an der Ostsee? Familie Geie aus Dresden macht den Test und listet auf, wofür sie ihr Geld ausgibt

von
erstellt am 02.Aug.2014 | 08:50 Uhr

Sonne, Strand und Meer. Das alles gibt es umsonst an der Ostsee. Doch wer mehr erleben will, muss an einem Badetag schon etwas tiefer in die mit Sand gefüllten Taschen greifen. Vor allem den lieben Kleinen mögen Eltern im Urlaub kaum einen Wunsch abschlagen. Doch was gibt eine vierköpfige Familie an einem Strandtag aus? Und wo stecken die Kosten? Das fragte sich auch Familie Geie aus Dresden. Einen Tag lang listete sie auf, wofür sie ihr Geld am Strand ausgibt.

11 Uhr in Rerik. Katrin und Christian Geie und ihre zwei Kinder breiten am Strand Decken und Handtücher aus. Zwar ist die vierköpfige Familie gerade erst angekommen, doch die Geldbörse von Christian Geie  ist bereits um 12 Euro leichter. 8 Euro für die Parkgebühr und 4 Euro für die Kurtaxe. Für Kinder ist der Strandbesuch kostenlos. Mit den Einnahmen durch die Kurtaxe würden Serviceleistungen wie die Toiletten- und Strandreinigung, aber auch Veranstaltungen finanziert werden, erklärt Stefanie Quaas, Leiterin der Kurverwaltung in Rerik. „Außerdem erhalten Gäste gewisse Ermäßigungen und Angebote. In Rerik können Kinder zum Beispiel dienstags, mittwochs und donnerstags an einem kostenlosen Animationsprogramm teilnehmen.“

Die Sonne brennt und schon jetzt klebt der feine Sand überall. „Ich hätte gerne einen Strandkorb gemietet, aber wir sind zu spät gekommen“, ärgert sich Katrin Geie – jedoch nur ein bisschen. „Man stellt sich die Ostsee immer mit einem Strandkorb vor. Aber es gab nur noch einen in der zweiten Reihe. Und dafür war mir das zu teuer.“ Auf dem Boden ist es nicht ganz so bequem, doch die Familie hat somit 7 Euro gespart. Etwas weiter hätten sie sogar 10 Euro pro Tag für einen Korb zahlen müssen.

Oscar ist das egal. Von dem Achtjährigen schaut nur noch der Kopf aus einem Sandhügel. Er lacht, während sein Freund Max, der mit seiner Mutter auch den Tag am Strand verbringt, noch eine Schippe von dem weißen Puderzucker auf den Haufen wirft – Buddeln im Sand: kostenlos.

Spielzeug treibt schnell die Kosten in die Höhe, weiß Christian Geie. Hier zwei Wasserbälle à 2,50 Euro für Oskar, da ein paar Sandförmchen für 5,98 Euro für seinen Bruder Bruno. „Die haben wir aber nicht hier gekauft“, erklärt der selbst ernannte Sparfuchs. „Man überlegt schon im Vorfeld, was man mitnehmen muss. Am Strand ist alles teurer.“ Er und seine Familie waren vorher im Supermarkt einkaufen. Für Snacks und Sonnencreme Schutzfaktor 30 haben sie 12,43 Euro ausgegeben.

12 Uhr. Oskar hat Hunger – auf Pizza. Mit der gesamten Familie geht es in die nächstgelegene Pizzeria auf der Promenade. Buntes Spielzeug und allerhand Dekozeug und Kitsch locken hier Urlauber in die Souvenirläden. Gekauft wird eine Wasserbombenschleuder für die Kinder: 6 Euro.

Während die Familie auf das Essen wartet, erkunden Max und Oskar weiter die Promenade. Überall stehen Spielzeugautomaten. Der mit Halbedelsteinen hat es den Jungs besonders angetan. Ein Tigerauge und ein Rosenquarz: 2 Euro. Ein paar Meter weiter gibt es Flummis: Ebenfalls 2 Euro. „Im Urlaub ist man eher bereit, Geld auszugeben. Zu Hause hätte es das nicht gegeben“, sagt Katrin Geie, die gerade einen Windschutz begutachtet. Doch Oskar hat schon was anderes entdeckt.

Als an ihm eine Art Rikscha für vier Personen vorbeifährt, will er unbedingt auch mitfahren. Doch erst mal gibt es Mittag. Zwei Pizzen, ein Salat, Eis und dazu Getränke: 36,80 Euro. Die Tour mit dem Viersitzer-Rad kostet noch einmal 8 Euro. Eine Postkarte für die Familie wird gekauft. Im Laufe des Tages hat Familie Geie somit 84,31 Euro ausgegeben und ist dennoch zufrieden. „Ich finde, die Preise sind hier vergleichsweise zu anderen Ostseestränden günstig“, meint Katrin. Außerdem spart die Familie bei ihrer Unterkunft. Sie wohnt nämlich bei Freunden. Spontan eine Ferienwohnung oder ein Hotelzimmer zu mieten, wäre wahrscheinlich teuer geworden, schätzt Stefanie Quaas. „In Rerik sind wir sehr gut ausgebucht dieses Jahr. Jeden Tag prüfen wir, ob Zimmer frei geworden sind. Aber viele Spontanurlauber müssen wir enttäuschen. Für die suchen wir dann eine Unterkunft etwas außerhalb.“

Doch darüber wollen Katrin und Christian Geie und ihre zwei Jungs jetzt nicht nachdenken. Das Wetter ist viel zu schön. In einem sind sie sich einig: Mit der Familie am Strand ist unbezahlbar – im positiven Sinn.

 

 

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