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Welpe erhält Peilsender : Mit dem Wolf auf Wellenlänge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erstmals trägt in Mecklenburg-Vorpommern ein freilebender Welpe ein Halsband mit einem Peilsender

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Ein sechs Monate alter Wolf ist in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Halsband mit GPS-Sender und -Empfänger ausgestattet worden. Er soll Forschern Daten zur Größe des Aktionsraumes, der Lebensraumnutzung, den Schlafplätzen und zum Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen liefern, wie das Umweltministerium in Schwerin gestern mitteilte. Der erste Sender-Wolf im Land sei einer der sechs Welpen aus dem Rudel in der Lübtheener Heide im Landkreis Ludwigslust-Parchim, die im Frühjahr 2015 geboren wurden.

Bundesweit sind derzeit nur noch zwei junge Wölfe in Niedersachsen mit Sendern ausgerüstet, wie der Koordinator des Wolfsmanagements in Mecklenburg-Vorpommern, Norman Stier, sagte. In Deutschland rechnet man mit 31 Wolfsrudeln in fünf Bundesländern.

Wie Stier berichtete, verfing sich das junge Männchen am 20. Oktober in der Lübtheener Heide in einer Fußschlinge in der Nähe einer Markierungsstelle. Der Fang löste einen Handy-Anruf aus, sodass Wolfsbetreuer kurze Zeit später bei ihm waren. „Wir waren erstaunt, wie schwer er schon ist“, sagte Stier. Der Welpe wog 34 Kilogramm. „Er ist körperlich ausgewachsen und mit dem Winterfell nicht mehr von erwachsenen Wölfen zu unterscheiden“, sagte der Forstzoologe an der Technischen Universität Dresden.  Der Sender-Wolf soll für etwa zwei Jahre Daten zum Aufenthaltsort, der Körper- und Umgebungstemperatur und seiner Laufgeschwindigkeit liefern. Bei Bedarf kann der Sender auch so eingestellt werden, dass er länger als zwei Jahre sendet, dann aber weniger Daten. In Mecklenburg-Vorpommern leben zwei Wolfsrudel – eins im Westen in der Lübtheener, eins im Osten in der Ueckermünder Heide. Von den sechs Welpen dieses Jahres in der Lübtheener Heide sind nach Stiers Angaben alle am Leben. Von den fünf Welpen des Jahres 2014 seien im Sommer noch zwei beobachtet worden. Die anderen seien vermutlich weitergewandert. „Das kann nach Polen, Frankreich, Dänemark sein, bis zu 1000 Kilometer sind möglich“, sagte Stier. Sicher ist, dass einer der Ueckermünder Welpen vom Vorjahr weit nach Westen gewandert ist. Es sei genetisch nachgewiesen, dass er bei Neu Lübtheen ein Schaf gerissen hat. Später habe man ihn in Niedersachsen identifiziert.

Stier hält es der Mühe wert, einen Wolf pro Rudel zu besendern. Das erspare beim Wolfsmonitoring viel Arbeit mit Fotofallen und genetischen Analysen von Wolfskot. Der Fangversuch mit dem Welpen glückte nach einer Woche.

 

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