Reise : Mit dem Rad um die halbe Welt

Mit einem Spezialrad aus Stahl möchte Thomas Schröder bis nach Peking fahren.
Mit einem Spezialrad aus Stahl möchte Thomas Schröder bis nach Peking fahren.

Der Gnoiener Thomas Schröder erfüllt sich einen Traum – er fährt mit seinem Drahtesel bis nach China.

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25. April 2015, 09:00 Uhr

Mit schnellen und sicheren Handgriffen verwahrt Thomas Schröder einen kleinen Schraubenschlüssel, einen Kettenprüfer, einen Gabelschlüssel und ein Fläschchen Öl in der Tasche am Lenker seines Fahrrades. Ganz normales Equipment für den routinierten Radfahrer, dennoch ist die Stimmung vor diesem Start angespannt. Denn für den 31-Jährigen beginnt am Sonntag um 9 Uhr eine gewaltige Radtour – von Gnoien nach Peking.


Durch acht Länder in gut fünf Monaten
 

„Ich fahre häufig und leidenschaftlich gerne Fahrrad. Und nun war es an der Zeit, dass ich etwas Großes angehe und mir meinen Traum – die große, weite Welt zu erkunden – erfülle, weil jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist“, sagt Thomas Schröder.

Der Gnoiener hat schon in den vergangenen Jahren mehrere große Touren unternommen: 2012 ist er nach München zu seinem Vater gefahren, und im Anschluss hat er eine Reise nach Dänemark unternommen. Alles mit dem Fahrrad – und der Ausgangspunkt war immer das gut 3000-Seelen-Städtchen Gnoien.

Schröders bisher weiteste Tour führte ihn vor zwei Jahren nach Spanien. „An den Moment, als ich in Frankreich ankam und dort Palmen sah, kann ich mich noch heute erinnern, als wäre er gestern gewesen. Da wusste ich, du kommst deinem Ziel nun nahe“, erzählt er. Zuvor habe er nur die tristen Straßen und Städte in Deutschland gesehen. „Das war einfach überwältigend.“

Jetzt aber geht es für Thomas Schröder quasi auf eine „halbe Weltreise“, wie er sagt. Seine errechnete Route führt ihn über Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Russland, Kasachstan, Kirgisistan nach China. Er wird 12  000 Kilometer zurücklegen und mehr als fünf Monate unterwegs sein. Vorbereitet hat er sich nicht explizit darauf: „Ich bin halt einfach viel mit dem Rad gefahren, zu Terminen, zur Arbeit und so weiter.“

Übernachten will er während der Tortour im Zelt. Ein offensichtlicher Tourist möchte der gelernte Bürokaufmann auf gar keinen Fall sein, betont er. „Ich möchte die Dörfer und deren Bewohner hautnah erleben.“ Und wenn er mal doch keinen Plan hat, fragt er sich einfach durch: „Ich bin nicht auf den Mund gefallen und habe ein Wörterbuch mit Bildern dabei – also für jede Sprache geeignet.“


Mit Crowdfunding zum langersehnten Ziel

Finanzieren kann sich Thomas Schröder seinen Traum mithilfe von Crowdfunding. „Das hatte klasse funktioniert. Ich habe eine Internetseite mit meinem Projekt erstellt und für dieses haben die Leute dann gespendet. Es kamen 5025 Euro zusammen, das ist der Wahnsinn. Ich danke jedem, der mir diese Reise ermöglicht hat.“ Damit kann er sich Verpflegung und den Rückflug leisten – und seinen Traum wahr werden lassen.

Berichten wird er von seiner Reise in den sozialen Netzwerken unter dem Stichwort #G9toBeijing. „Und ich denke, dass die Leute einiges zu sehen bekommen werden, wenn sie mir folgen. Ich will unbedingt zur Chinesischen Mauer.“ Auf die Frage, was er in China erleben möchte, sagt Schröder lachend: „Eine echte Peking-Ente essen.“ Dann schwingt er sich auf seinen mit sechs Taschen beladenen Drahtesel.

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