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Mecklenburg-Vorpommern

17. November 2017 | 20:47 Uhr

Mit dem Fahrrad zum Bahnhof

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erstellt am 28.Mär.2012 | 09:11 Uhr

Bützow | Was einst die Ausnahme war, ist heute die Regel: Immer weniger Einwohner von Bützow und Umgebung haben ihren Arbeitsplatz gleich um die Ecke und immer mehr gehören deshalb zu den Pendlern, die täglich mit dem Auto, dem Bus und dem Zug zur Arbeit fahren. Ständig nimmt die Anzahl der Fahrzeuge zu, die bereits am frühen Morgen von Pendlern am Bützower Bahnhof abgestellt werden, weil ihre Inhaber nach Rostock, Güstrow, Teterow oder sogar nach Hamburg zur Arbeit fahren.

Auch Dr. Dirk Plessow (36), Oberarzt in der Chirurgie der Bützower Warnowklinik, gehört zu den täglichen Pendlern. Wie viele seiner Kollegen kommt er täglich mit dem Auto von Rostock, wo er ein Haus hat. "Von der körperlichen und psychischen Belastung her ist das kein Problem für mich. Die Straße und erst recht die Autobahn sind ja in einem tadellosen Zustand", sagt der Arzt. Belastend aber sei schon der ständig steigende Spritpreis, findet er.

"Wegen des hohen Spritpreises haben sich auch bei uns schon Fahrgemeinschaften gebildet", so Dr. Plessow.

Es gebe aber auch Kollegen, die fahren von Rostock mit dem Fahrrad, sagt er. "Es gibt ja auf dieser Strecke den tollen Radweg Kopenhagen - Berlin. Wenn man gemütlich fährt, braucht man von Rostock bis Bützow anderthalb bis zwei Stunden. Ich hab’ das im Sommer auch schon gemacht", erzählt Dr. Plessow.

Ein junger Assistenzarzt der Klinik, ein begeisterter Radfahrer, brauche für die Strecke sogar nur eine Stunde, weiß er. "Hauptgrund dafür, dass ich mit meiner Familie in Rostock bleiben möchte, ist, dass dort die Freizeitmöglichkeiten doch deutlich günstiger sind als in Bützow: Es gibt Kinos, ein Theater, Schwimmhallen. Zwar kommt man nur selten dazu, das zu nutzen, aber die Möglichkeit besteht immerhin."

Auch Geertje Graw (47), Mitarbeiterin der Bützower Drogerie Krafft und Verantwortliche für die dortige Poststelle, pendelt tätlich zur Arbeit. Sie wohnt in Güstrow und kommt jeden Tag mit dem Zug von dort. Die doch recht weite Entfernung vom Bützower Bahnhof bis in die Innenstadt legt sie mit dem Fahrrad zurück. "Am Bützower Bahnhof gibt es einen Fahrradraum, da kann man für 7,50 Euro im Monat sein Rad abstellen. Das ist eine gute Sache", findet Geertje Graw.

Ein Jahr lang sei sie von Güstrow aus zur Arbeit nach Warnemünde gefahren, "das war echt hart". Eine Fahrt dorthin dauert immerhin eine Stunde. Jetzt nach Bützow sei es besser. Im Zug treffe man viele Leute, die täglich aufs Fahren angewiesen seien. Das Gute sei ja, dass überhaupt ein Zug nach Bützow fährt. Das sei heute, wo viele Strecken still gelegt werden, auch nicht mehr selbstverständlich.

Mit "Gut" und einer Note "2" schätzt auch die Mehrzahl (31 Prozent) derjenigen, die sich an unserer Serie "Lebenswert" beteiligten, die Verkehrsanbindung für Berufspendler in Bützow, Schwaan und Umgebung ein.

Dennoch geben 25 Prozent der Teilnehmer dafür nur eine "6" und damit ein "Ungenügend".

Die Noten, die sie Bus und Bahn geben, liegen etwa im gleichen Limit. 22 Prozent aller Teilnehmer gaben dafür eine "2", 25 Prozent eine "4" und 16 Prozent eine "6".

Dass es "eine gute Verbindung in alle Städte" gebe, schätzt der Bützower Vorsitzende vom Seniorenbeirat Wolf Münster ein. "Es fehlt eine Busverbindung nach Bad Doberan", meinen Gudrun und Klaus Krüger. Mit der Bahn gebe es gute Verbindungen, mit dem Bus dagegen seien die Möglichkeiten schlecht, meint ein Einwohner von Schwaan.

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