Radwege in MV : Mit dem Fahrrad lieber nach Bayern

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Land will knapp 16 Millionen Euro in Radwege investieren.

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13. März 2018, 05:00 Uhr

Schlamm, Schlaglöcher und schlechte Ausschilderungen. Bei den Radwegen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach wie vor großen Handlungsbedarf. Nicht nur unsere Leser monieren den Zustand der Strecken, auch Touristen zieht es zum Radeln laut einer Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) lieber nach Bayern statt nach MV.

„Die Radwege an der Lewitz, die sogar als Fernrouten ausgeschildert sind – dass es dort noch nicht zu Verletzungen kam, grenzt an einem Wundert“, schreibt uns unser Leser Chris Meter auf Facebook. MV liegt bei der aktuellen Radreiseanalyse nur auf Platz 7 der beliebtesten Radregionen. 2011 führte es noch die Liste an. „Wir sind nicht schlechter geworden, sondern die anderen besser“, meint Jutta Wegner, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr der Grünen. „Sie haben das Potential des Radtourismus erkannt und auch landesplanerisch gut eingebunden.“ Das Land müsse seine Verantwortung für die überregionale Planung und Finanzierung der Radwege übernehmen, statt die Zuständigkeit an die klammen Kommunen zu verweisen, so Wegner.

In MV gibt es mehr als 2250 Kilometer straßenbegleitende Radwege. In sie hat das Land zwischen 2010 und 2017 insgesamt 104,6 Millionen Euro investiert, teilt das Verkehrsministerium in Schwerin mit. Im Jahr 2018 stünden für Radwege an Bundesstraßen etwa 10 Millionen und an Landesstraßen noch einmal 5,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Martin Elshoff, Vorsitzender des ADFC in MV ist zuversichtlich, dass das Land 2019 in der Beliebtheit bei Radreisenden wieder steigt. „Wir haben einiges angeschoben, das nun reifen muss.“ Elshoff begrüßt, dass mit der neuen Landesregierung die Zuständigkeiten für die Radwege im Energieministerium unter einen Hut gebracht wurden. Eine Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen MV soll zudem die Kompetenzen beim Radverkehr im Land bündeln.

Dennoch gibt es viel zu tun. Oberste Priorität habe der Ostseeradweg, der durch Küstenabbrüche stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Beim Radwegevergleich der ADFC rutschte er von Platz vier auf Platz acht. „Es muss im Bewusstsein bleiben, dass der Radurlaub ein wichtiger Bestandteil des Tourismus ist“, so Elshoff.

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