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MV mit 60 Ausstellern : Mit Biss zur Grünen Woche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mecklenburg-Vorpommern fährt mit 60 Ausstellern zur Messe nach Berlin. Nordwestmecklenburg und Rostock kaum vertreten

von
erstellt am 18.Jan.2017 | 06:25 Uhr

Eine Prise Produktvielfalt, gepfeffert mit einer gehörigen Portion Imagebilder naturnaher Landschaften, ergänzt durch Shanty-Schunkler – fertig ist der Grüne-Woche-Mix. Am Freitag wird zum 82. Mal die deutschlandweit größte internationale Ausstellung für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau in Berlin eröffnet. Zum 18. Mal dabei: das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit 60 Ausstellern. „Es gibt immer noch Wartelisten“, betont Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Auch weil täglich rund 40 000 Besucher in der Halle vorbeischauen würden – die beste Werbung also.

Nur der Landkreis Nordwestmecklenburg sowie der Landkreis Rostock scheinen kaum Interesse an einer Präsenz in der Hauptstadt zu haben. Langjährige Aussteller wie das Piraten Open Air aus Grevesmühlen oder die Rostocker Fleisch- und Wurstwaren haben ihre Teilnahme abgesagt. Zu teuer, findet Stefan Beck, Geschäftsführer der Hinricus Noyte’s GmbH, das Event. Auch er bleibt mit seinen Spirituosen lieber im heimischen Wismar. Für einen Sechs-Quadratmeter-Stand zahlen die Teilnehmer während des gesamten Messe-Zeitraums 1625 Euro, zehn Quadratmeter kosten 2350 Euro. Hinzu kommen Übernachtungs- und Personalkosten, Parkplatzgebühren, Werbemittel. Das Land geht mit den Standgebühren in Vorkasse: 560 000 Euro werden im Haushalt für den größten Messeauftritt MVs bereitgestellt. Etwa 110 000 würden laut Landwirtschaftsministerium zurückfließen – wenn dann alle Aussteller bezahlt haben. „Zum Vergleich: Schleswig-Holstein gibt 70 000 Euro“, stellt Backhaus heraus.

Die Grüne Woche ist vom 20 bis 29. täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am 27. Januar wird die Öffnungszeit um zwei Stunden verlängert. Rund 1500 Aussteller zeigen rund 100 000 Produkte. Partnerland ist Ungarn.

Dass sich die Nordwestmecklenburger zurückziehen, scheint kaum zu stören. Vielleicht auch, weil der Landkreis Vorpommern-Rügen in diesem Jahr den Ländertag gestaltet. Außerdem sei frischer Wind wichtig. Sechs neue Gesichter fahren nach Berlin, darunter die Eisproduzenten Jackl und Heidi und der Familienbetrieb Vegaz Lunch, der vegane Fertiggerichte auf den Tisch bringt. „Die Grüne Woche ist ein riesiger Testmarkt für Produkte, Marken und Unternehmen aus MV“, so Backhaus. 70 Prozent der Aussteller kämen aus der Ernährungswirtschaft, ein Großteil vom Rest wartet mit touristischen Angeboten auf. Thematisch setzt das Land einen Schwerpunkt auf Obst und Gemüse und beteiligt sich in diesem Zusammenhang an dem Schülerprogramm „Grüne Woche young generation“. Teilnehmer können in der MV-Halle eigenständig Apfelsaft produzieren.

„Das hört sich immer so an, als würden wir uns den ganzen Tag verköstigen, dabei werden wichtige politische Gespräche geführt.“ Backhaus will vor dem Hintergrund der Vogelgrippe über die Vermarktung von Freiland-Eiern sprechen, die unter dem Siegel Bodenhaltung verkauft werden müssen, sobald Freilandgeflügel zwölf Wochen und länger kein Auslauf gewährt wird. „So hat der Landwirt pro Ei einen Verlust von zehn Cent.“ Auch ein einheitliches europäisches Zertifzierungssystem von Fleisch soll Thema sein. „Derzeit gibt es 500 Label. Das ist irreführend“, sagt der Minister.

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