Video: Busunglück vor Malchow : Mit 63 Fahrgästen in den Graben, 22 Verletzte auf der A19

Der verunglückte Bus wird mit einem Kran geborgen.
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Der verunglückte Bus wird mit einem Kran geborgen.

Am frühen Morgen Unglück auf der A19. Bergung abgeschlossen - Vollsperrung aufgehoben. Für Reparaturen noch einmal halbseitig gesperrt.

svz.de von
17. August 2018, 07:25 Uhr

Ein Flixbus kam aus bislang ungeklärter Ursache um 6:18 Uhr auf der Autobahn 19 Richtung Berlin kurz vor Malchow von der Fahrbahn ab, stürzte in den Straßengraben und kam auf der rechten Seite zum liegen. Es gibt bislang 22 Schwer- und Leichtverletzte. 16 Fahrgäste mit mittleren und schweren Verletzungen seien mit Rettungshubschraubern und Krankenwagen in Kliniken gebracht worden. Eine Frau wurde unter dem Bus eingekeilt und musste von Rettern herausgeschnitten werden.

 

Die restlichen Buspassagiere aus 22 Nationen wurden zur medizinischen Untersuchung in ein Betreuungszentrum nach Güstrow gebracht. "Wir können noch nicht abschließend sagen, wie viele Personen insgesamt mit Verletzungen betroffen sind", sagte Michael Fengler, Pressesprecher vom Landkreis Rostock. Schwere Busunglücke ereignen sich leider immer wieder auf deutschen Autobahnen:

Juni 2018

Bei Karlsruhe stirbt eine Frau in einem Bus auf der A5, weitere 31 Menschen werden verletzt. Bei stockendem Verkehr war der Busfahrer auf einen Müllwagen aufgefahren.

Juli 2017

18 Menschen sterben in den Flammen, als auf der Autobahn 9 in Bayern ein Reisebus auf einen Sattelzug auffährt und sofort in Brand gerät. 30 weitere werden verletzt.

Oktober 2015

Ein mit Schülern aus Sachsen besetzter Bus verunglückt auf der A4 bei Erfurt. Der Bus war nach einem Überholmanöver von der Straße abgekommen und umgekippt. Ein Junge stirbt.

Dezember 2014

Bei einem Busunfall auf der A4 bei Bad Hersfeld in Hessen kommen fünf Menschen ums Leben. Der Bus war mit einem schlingernden Auto zusammengestoßen und eine Böschung hinabgestürzt.

Juli 2014

Elf Menschen sterben, als auf der A4 bei Dresden ein Reisebus aus Polen auf einen ukrainischen Bus auffährt.

September 2010

14 Polen sterben bei Berlin, als ihr Bus von einem Auto gerammt wird und gegen einen Brückenpfeiler kracht.

November 2008

Nahe Hannover geht auf der A2 ein Reisebus wegen eines technischen Defekts in Flammen auf. 20 Mitglieder einer Reisegruppe auf dem Rückweg von einer Kaffeefahrt kommen ums Leben.

Flixbus-Unfall auf der A19 bei Malchow
dpa

Flixbus-Unfall auf der A19 bei Malchow

 

Zum Zustand der zwei Busfahrer konnte die Polizei noch keine genauen Angaben machen. Der ausführende tschechische Busfahrer kam zur Untersuchung ins Krankenhaus. Er wird am Nachmittag vernommen. Ein Atemalkoholtest vor Ort ergab, dass der Busfahrer nüchtern war.



60 Rettungskräfte und sieben Feuerwehren aus der ganzen Region, darunter auch die Bundeswehrfeuerwehr in Laage, samt vier Helikoptern waren alarmiert und sind teilweise noch immer im Einsatz. Die Autobahn Richtung Berlin war bis etwa 13 Uhr komplett gesperrt. Inzwischen wurde die Bergung des Fernbusses abgeschlossen. In den kommenden Stunden wird die Fahrbahn in Richtung Berlin für Reparaturarbeiten noch einmal halbseitig gesperrt, teilte das Polizeipräsidium Rostock eben via Twitter mit.
Schweres Busunglück auf A19
Susan Ebel

Schweres Busunglück auf A19

Der Flixbus war auf dem Weg von Schweden nach Berlin. Laut Fahrplan starten diese Linienbusse bei einem weiteren Stopp um 23.40 in Kopenhagen in Dänemark.

Auf Anfrage bei Flixbus teilte der Pressesprecher des Unternehmens, Martin Mangiapia, sein Bedauern über den Unfall mit. Der Fernreisebus, nach Angaben des Unternehmens mit 63 Fahrgästen besetzt, sei im Auftrag von Flix Bus planmäßig zwischen Rostock und Berlin unterwegs gewesen. Von Seiten der Firma seien außerdem Sicherheitsvorkehrungen wie Gurte an den Sitzen vorhanden gewesen. "Kontinuierliche, umfassende interne und externe Sicherheitskontrollen machen den Fernbus zu einem der sichersten Verkehrsmittel.

In unangemeldeten Kontrollen prüft etwa der TÜV SÜD Auto Plus klar definierte Sicherheitsaspekte wie Bereifung, Karosserie oder Beleuchtung. Durch klar geregelte Lenk- und Ruhepausen wird sichergestellt, dass FlixBus-Fahrer jederzeit konzentriert am Steuer sitzen. Eine rund um die Uhr besetzte Betriebssteuerung steht den Fahrern zudem jederzeit zur Verfügung – sie überwacht auch den Verkehr und kann während der Fahrt Hilfestellung leisten," teilte Flix Bus der SVZ mit.

Schweres Busunglück auf A19
Susan Ebel

Schweres Busunglück auf A19

Zusätzlich würden jeden Monat mehrere so genannte Mystery-Checks "bei den für FlixBus eingesetzten Fahrzeugen durchgeführt". Die Ergebnisse würden mit einer Sicherheits-App digital erfasst und den Partnerunternehmen zur Auswertung übermittelt. Die Digitalisierung der Busflotte ermöglicht darüber hinaus eigenständige Kontrollen in Echtzeit, eine direkte Unterstützung der Fahrer im Betriebsablauf und eine präzise Auswertung der Fahrtdaten, so Mangiapia.

Mit dem Fernbusunternehmen Flix Bus, das im Februar 2013 gegründet wurde, sind im vergangenen Jahr 40 Millionen Menschen gefahren. 8200 Mitarbeiter arbeiten direkt und indirekt für das Unternehmen, das 300 000 Busverbindungen täglich in 28 Ländern anfährt. 300 regionale Partner bedienen mit ihren Fahrzeugen das Geschäft von Flix Bus. Darunter auch der verunglückte Fernbus, der ursprünglich in Stockholm gestartet ist.

 

Der ADAC sieht kein Sicherheitsproblem bei Fernbussen: «Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist 14 Mal geringer als mit dem eigenen Auto», sagte der Sprecher des ADAC Hansa Christian Hief. «Fernbusse sind sicher.» Nach der Bahn seien sie das sicherste Verkehrsmittel. Die Zunahme von Unfällen liege vor allem an der stark gestiegenen Zahl von Busreisen. Die Ursachen seien in der Regel keine technischen Mängel, sondern meist trotz zahlreicher gesetzlicher Regelungen der «Faktor Fahrer». Durch Assistenzsysteme seien gerade moderne Busse aber trotzdem sehr sicher. Hief: «Aber das Wichtigste ist: Es gibt eine Anschnallpflicht in Bussen und die ist nicht ohne Grund da.» BESSER NICHT EINSTEIGEN SOLLTEN FAHRGÄSTE, wenn --> Reifen oder das gesamte Fahrzeug in jämmerlichem Zustand seien --> Fahrer einen übermüdeten, unkonzentrierten oder angetrunkenen Eindruck machen --> «Ich ein ungutes Gefühl habe und besser auf meinen Instinkt vertraue» (Hief)

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